18.03.2019 DER AKTIONÄR

DWS: Verkauft die Deutsche Bank ihre Kronjuwelen?

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Trendthema

Eine Fusion zwischen der Deutschen Bank und der Commerzbank wird immer wahrscheinlicher. Bei den Beratungen der Vorstände dürfte auch die Finanzierung eine wichtige Rolle spielen. Da beide Institute klamm sind, erscheint ein Verkauf der Deutsche Bank Tochter DWS naheliegend. Die Aktie liegt heute fast zweistellig im Plus.

Nach einer Analyse der DZ Bank würde eine Fusion der beiden Großbanken rund acht Milliarden Euro kosten. Doch weder die Deutsche, noch die Commerzbank haben derzeit genug auf der hohen Kante. Da die Deutsche Bank den Markt in den letzten zehn Jahren bereits für 30 Milliarden Euro angezapft hat, erscheint ein Verkauf der Konzerntochter DWS als angenehmer Alternative. Derzeit ist die DWS bei einem Kurs etwas über 30,00 Euro mit sechs Milliarden Euro bewertet. Die Deutsche Bank hält an ihrem Vermögensverwalter noch einen Anteil von 77 Prozent. Insidern zufolge müsste die Deutsche Bank aber 32,00 Euro je Aktie erhalten, um Abschreibungen zu verhindern.

Hat die Allianz Interesse?

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg könnte die Allianz dem Kreditinstitute den benötigten Aufpreis bezahlen. Ein Zusammenschluss des Allianz-eigenen Vermögensverwalters Allianz Global Investors mit der DWS würde ein Branchenschwergewicht schaffen und dürfte dem Münchener Versicherer einiges Wert sein. Derzeit verwaltet die DWS 662 Milliarden Euro und die Allianz 505 Milliarden. Zählt man die amerikanische Allianz-Tochter Pimco (1,66 Billion Dollar Assets under Management) mit hinzu, würde man zusammen gut 2,6 Billionen Euro verwalten und international in die Top drei der Branche vordringen. Laut Insidern der Nachrichtenagentur Reuters ist eine Übernahme für die Allianz derzeit aber kein Thema.

DWS auf die Watchlist

Für Vermögensverwalter ist Größe alles. Daher sind attraktive Übernahmekandidaten in der Branche beliebt. Neben der Allianz Global Investors dürften auch andere Finanzdienstleister wie Amundi, UBS oder Morgan Stanley an der Deutsche Bank Tochter interessiert sein. Doch eine Abspaltung ist nicht in Stein gemeißelt. Sollte sich die Deutsche Bank gegen eine solche entscheiden,  sind Kurse um 20,00 Euro nicht unwahrscheinlich. Für den AKTIONÄR bietet die DWS derzeit kein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis. Anleger behalten die Aktie aber im Auge.