In Italiens Finanzwirtschaft ist weiter reichlich Bewegung. Mittendrin statt nur dabei: der Versicherungsriese Generali. Italienischen Medienberichten zufolge streckt die Großbank UniCredit ihre Hände nach weiteren Anteilen an dem Allianz-Konkurrenten aus. DER AKTIONÄR zeigt, was Anleger dazu wissen müssen.
Das Wichtigste kurz und knapp
• UniCredit wollte Generali-Anteil offenbar auf fast 20 Prozent ausbauen.
• Delfin lehnte den Aktientausch allerdings zunächst ab.
• Ein Griff nach einer Komplettübernahme wie bei der Commerzbank ist unrealistisch.
Die italienische Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore berichtet, dass die UniCredit versucht haben soll, ihren Anteil an Generali zu verdoppeln. Demnach wollte die Bank über einen Aktientausch mit Delfin knapp 20 Prozent des Generali-Kapitals erreichen.
Delfin, die Holding der Familie Del Vecchio, habe den Vorschlag allerdings abgelehnt. Eine Stellungnahme von Delfin gab es zunächst nicht. Auch die UniCredit äußert sich nicht zu den Berichten.
Konkret soll die UniCredit angeboten haben, den von Delfin gehaltenen Anteil von rund zehn Prozent an Generali im Tausch gegen fünf Prozent der eigenen Aktien zu übernehmen. Eine Barkomponente war dem Bericht zufolge nicht vorgesehen. Für Delfin hätte der Deal bedeutet, den Anteil an UniCredit auf rund acht Prozent auszubauen und damit zum größten Investor der Bank aufzusteigen.
Der Zeitpunkt ist brisant. Der Vorschlag soll kurz nach der Ankündigung des Übernahmeangebots von Intesa Sanpaolo für MPS eingegangen sein. Mit diesem Schritt könnte Intesa zum größten Aktionär von Generali werden. Bereits im Januar hatte Reuters berichtet, dass die UniCredit Interesse an Delfins Generali-Beteiligung habe.
Die UniCredit hatte im Zuge der Konsolidierung im italienischen Bankensektor bereits eine Beteiligung von nahezu neun Prozent an Generali aufgebaut und diese als Finanzinvestition bezeichnet.
Konzernchef Andrea Orcel hatte zwar wiederholt erklärt, das Netto-Engagement bei Generali reduzieren zu wollen. Tatsächlich wurde der Anteil jedoch de facto erhöht, während zugleich Absicherungen über Derivate ausgeweitet wurden.
Dass Delfin den Vorstoß ablehnte, soll laut Il Sole 24 Ore vor allem an den finanziellen Konditionen gelegen haben. Die UniCredit-Aktie notiert in der Nähe historischer Höchststände, was einen reinen Aktientausch aus Sicht von Delfin weniger attraktiv macht.
Zudem befindet sich die Holding der Familie Del Vecchio in einer internen Neuordnung der Eigentümerstruktur und würde dem Bericht zufolge eine Barzahlung bevorzugen. Offen bleibt, ob die Gespräche endgültig beendet sind oder lediglich pausieren.
Für Generali ist die Nachricht dennoch positiv zu werten. Eine Komplettübernahme durch UniCredit ist – anders als im Fall Commerzbank – unrealistisch. Dafür ist die Gemengelage aus Großaktionären, politischen Interessen und regulatorischen Hürden zu komplex.
Darüber hinaus ist die Marktkapitalisierung von 64 Milliarden Euro für eine Komplettübernahme zu hoch. Das Interesse an einer deutlichen Aufstockung zeigt aber: Generali bleibt ein strategisch begehrter Vermögenswert im italienischen Finanzsektor.
Generali ist eine laufende AKTIONÄR-Empfehlung. Die Aktie überzeugt mit defensivem Geschäftsmodell, attraktiver Dividendenqualität und zusätzlicher Fantasie durch die Bewegung in der Aktionärsstruktur. Eine Komplettübernahme durch UniCredit ist nicht das Basisszenario. Schon das Interesse an einer Aufstockung dürfte der Dividendenperle aber Rückenwind verleihen. Anleger bleiben dabei. Auch Neueinsteiger können noch zugreifen.
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FAQs
Was macht Generali?
Generali ist der größte Versicherer Italiens und einer der größten in Europa und damit unter anderem ein Konkurrent der Allianz.
Ist Generali eine attraktive Dividendenaktie?
Ja. Generali gilt als attraktive Dividendenperle im europäischen Versicherungssektor. Ausschüttungen und Aktienrückkäufe sind zentrale Bestandteile der Strategie.
Was könnte die Generali-Aktie antreiben?
Stabile Gewinne, eine starke Kapitalbasis, hohe Ausschüttungen und regelmäßige Aktienrückkäufe könnten die Aktie weiter stützen.
Heute, 13:54