18.12.2018 André Fischer

Die Gewinnformel des neuen Warren Buffett

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Trendthema

Nach Einschätzung von Jeffrey Gundlach hat ein neuer Aktienbärenmarkt begonnen. Da im Jahr 2019 zudem die Anleihemärkte vor schweren Verwerfungen stehen, sei jetzt Kapitalerhalt wichtiger als eine positive Rendite, so die Aussage des milliardenschweren Investors. Besonders viel traut der erfolgreiche Finanzmagnat dem Goldpreis zu.

„Ich bin mir ziemlich sicher, dass dies ein Bärenmarkt ist“, sagte Gundlach erst am Montag im Finanzsender CNBC. In dem Interview betonte der legendäre Investor ausdrücklich, dass er fest mit einer längeren Periode deutlich fallender Aktienkurse rechne. Gundlach fügte hinzu: „Wir haben so ziemlich alle Faktoren, die einen Bärenmarkt auszeichnen.“

Der Handelskrieg der USA mit China und die Zinserhöhungen der US-Notenbank haben den Aktienmarkt der Aussage des Investors zufolge belastet. „Ich glaube, dass der Handelskrieg schlimmer wird“, so Gundlach. „Wir werden die Zölle hochfahren.“

 

Passives Investieren birgt Gefahren

Die US-Notenbank solle in dieser Woche den Leitzins besser nicht anheben, riet Gundlach. Die Renditen der US-Staatsanleihen mit zwei, drei und fünf Jahren Laufzeit seien faktisch identisch. Eine Verflachung beziehungsweise Inversion der Zinsstruktur gelte als wichtiges Anzeichen für eine baldige Rezession.

Im CNBC-Interview bezeichnete der Milliardär den Trend zum passiven Investieren als „Wahn“, der sich entwickelt habe, als der Aktienmarkt stetig auf neue Hochs geklettert sei. „Ich bin überhaupt kein Fan des passiven Investierens“, sagte Gundlach. Der Milliardär warnte, dass demnächst passive Investmentansätze – wie etwa Aktien-ETF-Produkte und sogenannte Robo Advisors – die Probleme am Aktienmarkt noch verschlimmern könnten.

 

Gundlach: Kapitalerhalt wird 2019 wichtig

Wie sieht vor diesem Hintergrund aber die richtige Anlagestrategie für das Jahr 2019 aus? Auch hier macht Gundlach eine ganz klare Ansage: Im nächsten Jahr komme es nicht darauf an, das Kapital zu vermehren, sondern sein Geld beisammen zu halten. So „unsexy“ es auch klinge, sei ein Portfolio mit qualitativ hochwertigen Anleihen mit kurzer Laufzeit wohl die beste Wette für 2019, so die Aussage des Investors.

„Ich werde von Anlegern gefragt, was genau falsch daran sei, einfach die zweijährige US-Staatsanleihe zu kaufen. Und ich stimme zu. Was soll falsch daran sein, die zweijährige US-Staatsanleihe mit einer Rendite von 2,70 Prozent zu kaufen, wenn die Dividendenrendite des S&P 500 unter der Rendite eines T-Bills (US-Staatsanleihe mit einer Laufzeit von unter einem Jahr) liegt?“ Extrem optimistisch äußerte sich Gundlach darüber hinaus für Rohstoffe und ganz speziell für Gold.

 

 

Gundlach als neuer Warren Buffett

Während viele Anleger den bekannten Investor Warren Buffett bewundern, ist für einige Marktkenner der in Deutschland weitgehend unbekannte Jeffrey Gundlach der wahre Magier der Märkte. Aus gutem Grund: Gundlach verwaltet mit seiner Investmentfirma DoubleLine Capital über 100 Milliarden Dollar und gilt als einer der besten Hedgefonds-Manager aller Zeiten. Der Finanzmagnat agiert derart erfolgreich, dass er in der Finanzszene als „King of Bonds“ bezeichnet wird. Selbst Warren Buffett bezeichnete Gundlach als außergewöhnlichen Investor.

Im Börsenbrief SHORTSELLER (www.shortseller.trade) vom 27. April 2018 war Folgendes zu lesen: „Jeffrey Gundlach rechnet mit einem baldigen Ende des Aktienbooms. Um sich gegen den prognostizierten Crash des S&P 500 abzusichern, setzt Gundlach jetzt ganz massiv auf Rohstoffe und baute eine ungewöhnlich konzentrierte Goldposition auf.“

Leseprobe Shortseller

 

„Gefährliche Selbstzufriedenheit“

Im SHORTSELLER vom 9. Mai 2018 war dann weiter zu lesen: „Der Aussage von Gundlach zufolge wähnen sich Aktieninvestoren derzeit in gefährlicher Selbstzufriedenheit, weil sie die hohen Kurse an den Aktienmärkten für bare Münze nehmen und bei jeder Gelegenheit nachkaufen würden. Der Milliardär ist zudem davon überzeugt, dass sich an den weltweiten Anleihemärkten gefährliche Spannungen aufgebaut haben. Schuld daran sei die US-Notenbank, weil sie zuletzt die Zinsen in mehreren Schritten erhöht hat.“

 Börsenbrief Shortseller

 

Goldpreis-Ausbruch angekündigt

Der SHORTSELLER führte in der besagten Ausgabe weiter aus: „Wie Gundlach zudem auf der von John Mauldin organisierten Strategic Investment Conference erklärte, sei es nur noch eine Frage der Zeit, bis der Goldpreis ausbricht und danach bis auf 1.500 Dollar je Unze steigt. Sollte das gelbe Metall es schaffen, über diesen Widerstand zu klettern, könne ein schneller 1.000-Dollar-Sprung bis auf 2.500 Dollar je Unze erfolgen. Der Aussage von Gundlach zufolge seien nahezu alle Marktteilnehmer auf ein derartiges Szenario nicht vorbereitet.“

 

Vorsicht walten lassen

Da Jeffrey Gundlach seinerzeit die 2008-er Finanzkrise rechtzeitig voraussagte, sollte man das potenzielle Bärenmarktszenario in Bezug auf die US-Aktienindizes nicht vorschnell abtun. Für Europa ist der Finanzmagnat ebenfalls pessimistisch, da europäische Anleihen von bonitätsschwachen Schuldnern vermutlich der „am schlimmsten überbewertete Markt der Welt“ seien, weshalb es hier demnächst zu einem gefährlichen „Unfall“ kommen könnte. Der Börsenbrief Shortseller verfolgt daher weiterhin eine vorsichtige Börsenstrategie und setzt stark auf Gold.

 

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