Das Briefporto könnte zum Jahresbeginn 2027 so stark steigen wie nie zuvor. Ein Entwurf der Bundesnetzagentur sieht vor, der Deutschen Post für 2027 und 2028 eine durchschnittliche Anhebung um bis zu 20,35 Prozent zu gestatten. Noch ist das nicht beschlossen: Nach einer Anhörung legt die Behörde den Spielraum fest.
Danach bestimmt die Post die Tarife für einzelne Briefarten; diese müssen genehmigt werden. Bei einer gleichmäßigen Erhöhung würde ein Standardbrief im Inland künftig 1,14 Euro statt 95 Cent kosten. Die Post könnte die Aufschläge jedoch anders verteilen oder in Fünf-Cent-Schritten staffeln. Bislang nutzte sie genehmigte Preiserhöhungen stets vollständig. 2025 lag der Spielraum bei 10,48 Prozent, 2022 bei 4,6 Prozent. Auch Pakete und Geschäftspost sollen teurer werden: Vorgesehen sind bis zu 10,72 Prozent bei Paketen und 20,35 Prozent bei Geschäftssendungen. Die neuen Tarife würden zwei Jahre gelten.
Hintergrund ist die sinkende Briefmenge bei zugleich hohen Kosten für Zustellung und Infrastruktur. 2005 wurden in Deutschland 16,9 Milliarden Briefe verschickt, 2025 nur noch rund 9,4 Milliarden. Der Trend dürfte sich durch den Wechsel zu digitalen Nachrichten fortsetzen, während Briefkästen, Filialen und Zusteller weiter benötigt werden. Bundesnetzagentur-Chef Klaus Müller erklärte, die Kosten müssten auf immer weniger Sendungen verteilt werden. Die Behörde habe jedoch nicht alle Kostenforderungen der Post anerkannt und einen geringeren Aufschlag als beantragt vorgesehen.
Wie der Tagesspiegel berichtet, ist der Standardbrief in Deutschland im europäischen Vergleich bislang günstiger: In Österreich kostet er einen Euro, in den Niederlanden 1,40 Euro und in Frankreich 1,52 Euro.
Das Briefgeschäft wird bei der DHL dennoch immer weiter an Bedeutung verlieren. Doch der Bonner Logistikriese ist breit und strategisch clever aufgestellt, um in anderen Segmenten zuzulegen. Zudem ist die Bewertung moderat und das Chartbild aussichtsreich. Wer investiert ist, bleibt beim Dividendentitel dabei und lässt die Gewinne laufen. Der Stoppkurs kann nach wie vor bei 42,00 Euro belassen werden.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: DHL.
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