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12.12.2019 Maximilian Völkl

Deutsche Telekom: Experte skeptisch – scheitert die US-Fusion?

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Deutsche Telekom

Alle Blicke richten sich bei der Deutschen Telekom derzeit in die USA. In der laufenden Gerichtsverhandlung wird dort derzeit entschieden, ob die Tochter T-Mobile US mit dem Wettbewerber Sprint fusionieren darf. Telekom-Chef Timotheus Höttges hat den Zusammenschluss bereits als Zeuge verteidigt. Ein Experte der Kläger äußert sich dagegen kritisch - und nennt Zahlen.

Carl Shapiro, Professor an der Berkeley-Universität, sagte in New York aus, dass ein Mobilfunkmarkt, der nur noch von drei Anbieter dominiert wird, zu einem Preisanstieg von insgesamt 8,7 Milliarden Dollar führen könnte. Falls die Fusion abgeschlossen wird, könnte alleine T-Mobile die Preise um 4,6 Milliarden Dollar anheben, sagte der von den klagenden Bundesstaaten angeheuerte Experte.

Zuvor hatte Höttges im Zeugenstand noch versichert, dass es zu keinen Preiserhöhungen käme. Er erklärte vielmehr, dass Kunden bei einer Fusion mit günstigeren Angeboten rechnen könnten.

Es ist völlig offen, wie der Gerichtsprozess ausgeht. Die 13 Bundesstaaten und der Regierungsbezirk Washington, die gegen den Zusammenschluss klagen, haben jedenfalls gute Argumente auf ihrer Seite. Obwohl das US-Justizministerium den Deal bereits abgesegnet hat, könnte Richter Victor Navarro die Fusion deshalb durchaus noch kippen.

Für T-Mobile US wäre ein Scheitern der Pläne ärgerlich, da die Attacke auf die Platzhirsche AT&T und Verizon vorerst abgeblasen werden müsste. Die starken Wachstumszahlen zuletzt zeigen aber, dass die Telekom-Tochter auch eigenständig auf dem richtigen Weg ist. Für die defizitäre Sprint dagegen wäre das Aus der Fusion existenzbedrohend.

Deutsche Telekom (WKN: 555750)

Die Telekom-Aktie wartet derzeit auf neue Impulse. Neueinsteiger können den Abschluss des Gerichtsverfahrens abwarten. Wer investiert ist, bleibt bei der Dividendenperle (aktuelle Rendite: 4,0 Prozent) an Bord.

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Deutsche Telekom.