16.06.2015 Marion Schlegel

Deutsche Post: Aktie setzt Talfahrt fort – Streiks im Fokus

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Im Dauerstreik bei der Deutschen Post hat die Gewerkschaft Verdi von den Arbeitgebern einen Kompromiss gefordert. Eine solche Vereinbarung müsse "alle Aspekte" umfassen, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis einer Mitteilung vom Montag zufolge. Der unbefristete Streik ging am Montag in die zweite Woche, ohne dass sich eine Lösung abzeichnet. Es gibt auch keinen neuen Gesprächstermin.

Die Forderungen der Gewerkschaft

"Wir weiten den Arbeitskampf schrittweise aus", sagte ein Verdi-Sprecher. Rund 19.000 Angestellte hätten sich am Montag beteiligt, das seien etwa 1.000 mehr als bisher. Ein Post-Sprecher bezifferte die Gesamtzahl etwas niedriger auf 18.300. Die meisten Briefe und Pakete würden aber dennoch befördert: 85 Prozent der rund 65 Millionen Briefe und 75 Prozent der 3,5 Millionen Pakete.

Die Gewerkschaft will vor allem die 49 regionalen Gesellschaften mit geringerer Bezahlung im Post-Paketgeschäft wieder in den regulären Haustarif aufnehmen. Im Gegenzug hatte sie Anfang Juni einen moderaten Gehaltsabschluss angeboten. Das Angebot lehnt die Post aber ab. "Ein moderater Abschluss allein ist keine dauerhafte Lösung", sagte der Post-Sprecher. "Wir müssen den Lohnkostenabstand zum Wettbewerb ausgleichen." Die Regionalgesellschaften mit geringerer Bezahlung seien unverzichtbar.

Die Post zahlt im Haustarif 17,70 Euro, in den Regionalgesellschaften im Schnitt nach Darstellung des Sprechers rund 13 Euro. Damit liege die Post aber auch mit den Regionalgesellschaften vielfach noch deutlich über der Konkurrenz. Verdi wirft dem Unternehmen dagegen vor, seine Gewinne von fast drei Milliarden Euro 2014 auf Kosten niedrigerer Löhne noch weiter in die Höhe schrauben zu wollen.

Stoppkurs setzen

Die Aktie der Deutschen Post befindet sich seit Mitte April auf Korrekturkurs. Auch am heutigen Mittwoch verliert das Papier erneut 1,4 Prozent auf 25,85 Euro. Damit hat die Aktie seit ihrem Jahreshoch bei 31,19 Euro mehr als 17 Prozent eingebüßt. Anleger beachten den Stopp bei 23 Euro.

(Mit Material von dpa-AFX)


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