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DAX und Co im Rückwärtsgang: Tech‑Schock und Zinsängste belasten die Bullen

DAX und Co im Rückwärtsgang: Tech‑Schock und Zinsängste belasten die Bullen
Foto: Stonel/Shutterstock
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Timo Nützel Heute, 18:04 Timo Nützel

Der deutsche Leitindex hat am Dienstag erneut den Rückzug angetreten. Neben den geopolitischen Spannungen im Nahen Osten lastet vor allem ein herber Tech-Absturz in New York auf den Kursen. Zudem werfen die nächsten Zinsentscheidungen ihre Schatten voraus. Doch einige wenige Aktien stemmen sich trotzig gegen den Trend.

Der DAX hat am Dienstag 0,74 Prozent auf 24.433,06 Punkte einbüßen müssen. Die Lage im Nahen Osten bleibt angespannt, gleichzeitig scheiterte ein weiterer Erholungsversuch der US-Technologiewerte. Der MDAX  verlor 1,50 Prozent auf 31.642,54 Zähler.

Im Nahost-Konflikt haben der Iran und Israel ihre jüngsten wechselseitigen Angriffe vorerst eingestellt. Beide Seiten drohten jedoch im Fall von Verstößen gegen ihre jeweiligen Bedingungen mit noch härteren Kämpfen. US-Präsident Donald Trump hatte tags zuvor versichert, dass weiter an einer baldigen Lösung des Konflikts gearbeitet werde. Die Ölpreise gingen zuletzt etwas zurück.

"Zwischen Krisenrauschen, geldpolitischen Fragezeichen und der KI-Euphorie als strukturellem Wachstumstreiber fehlt Anlegern derzeit ein verlässliches Navigationssignal. Ohne klare Leitplanken bleibt das Marktumfeld schwer navigierbar", kommentierte Marktexperte Timo Emden.

Aus Sicht von Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst vom Broker CMC Markets, kommen "einige dicke Bretter auf die Börse zu, die nur schwer zu durchbohren sein werden." Er verwies auf die anstehenden Zinsentscheidungen der Europäischen Zentralbank und der US-Notenbank Fed. Dazu stünden mit SpaceX, Anthropic und OpenAI drei große Börsengänge bevor, die Liquidität aus den Märkten abziehen dürften.

Auf europäischer Ebene gab der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 0,21 Prozent auf 6.049,74 Punkte nach. Der Londoner FTSE 100 rutschte noch deutlicher ins Minus, der Züricher SMI schloss moderat im Plus. In New York verlor der Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss rund ein halbes Prozent. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 brach einen Erholungsversuch ab und sackte um fast zwei Prozent ab.

Deutsche Chip-Aktien ebenfalls unter Druck

Auch hierzulande drehten die Chip- und KI-Werte nach anfänglichen Kursgewinnen ins Minus. Infineon fielen letztlich um 3,3 Prozent, Siemens Energy büßten am DAX-Ende sogar 5,9 Prozent ein. Bei den Nebenwerten verloren die Zulieferer für die Chipindustrie Aixtron, Suss und PVA Tepla bis zu 2,4 Prozent.


Symrise im Aufwind

Analysten-Lob trieb die Aktien von Symrise kräftig an. Mit plus 7,2 Prozent waren sie der Top-Wert im DAX und sprangen über die 21-Tagelinie als Indikator für den kurzfristigen Trend. JPMorgan-Analyst Edward Hockin blickt optimistisch auf die Ende Juli anstehenden Zahlen zum zweiten Quartal. Er rechnet mit einer Belebung des organischen Umsatzwachstums auf drei Prozent.

Airbus unter Druck

Für Airbus ging es dagegen um 0,7 Prozent abwärts. Der weltgrößte Flugzeugbauer zweifelt wegen der Probleme des Triebwerksherstellers Pratt & Whitney an seinem Produktionsziel für seine meistgefragte Modellreihe. Die geplante Fertigung von 75 Maschinen der A320neo-Reihe pro Monat in der zweiten Jahreshälfte 2027 droht Airbus wegen des Teilemangels erneut zu verfehlen.

SMA Solar zweistellig im Minus

Nach einer mehrmonatigen Rally setzten die Aktien von SMA Solar ihre jüngste Korrektur mit einem Kursabschlag von 10,2 Prozent fort. Damit verbuchten die Titel des Wechselrichter-Herstellers den achten Verlusttag in Folge, nachdem sie sich von März bis Mitte Mai im Wert mehr als verdoppelt hatten.

Fallende Ölpreise belasten Verbio

Noch deutlicher gaben im Kleinwerte-Index SDAX  die Aktien von Verbio nach, sie brachen um 11,6 Prozent ein. Die wieder fallenden Ölpreise infolge ermutigender Signale aus dem Nahen Osten belasteten den Biokraftstoffhersteller schwer. Verbio produziert unter anderem Bioethanol, das herkömmlichem Benzin beigemischt wird, um E10 zu erzeugen.

DAX (WKN: 846900)

Enthält Material von dpa-AFX

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