DAX knickt ein: Trump versetzt den Bullen einen herben Dämpfer

DAX knickt ein: Trump versetzt den Bullen einen herben Dämpfer
Foto: Stonel/Shutterstock
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Timo Nützel Heute, 18:12 Timo Nützel

Der deutsche Leitindex hat am Mittwoch erneut den Rückwärtsgang eingelegt. Neben der anhaltenden Schwäche im Technologiesektor sorgte vor allem eine Kehrtwende im Nahen Osten für Verunsicherung. Ein einziger Post von Donald Trump reichte aus, um eine wichtige Chartmarke zu testen.

Zwischenzeitlich hatten Kommentare des US-Präsidenten den deutschen Leitindex bis zu 1,6 Prozent ins Minus gezogen. Mit Blick auf die sich seit Wochen hinziehenden Verhandlungen über ein Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran hatte Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social geschrieben: "Sie haben zu lange gebraucht, um einen für sie großartigen Deal auszuhandeln, jetzt müssen sie die Konsequenzen tragen!"

Nach den Aussagen Trumps hatte das Börsenbarometer den tiefsten Stand seit mehr als drei Wochen erreicht und war zeitweise unter die 200-Tage-Durchschnittslinie gefallen, die als Indikator für den längerfristigen Trend gilt. Am Ende schloss der DAX 0,97 Prozent im Minus bei 24.195,31 Punkten. Der MDAX  mit den mittelgroßen Börsenunternehmen fiel um 1,11 Prozent auf 31.292,79 Zähler.

"Die verschärfte Rhetorik von Trump im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten erinnert daran, dass geopolitische Risiken weiterhin unter der Marktoberfläche glimmen", sagte Marktexperte Timo Emden von Emden Research. Zudem seien die Anleger nun in Bezug auf die geldpolitischen Perspektiven der US-Notenbank Fed unter dem Strich kaum schlauer als zuvor. Denn die jüngsten US-Inflationsdaten hätten den Zinssorgen zwar kurzfristig die Schärfe genommen. Für mehr Klarheit über den weiteren geldpolitischen Kurs der US-Notenbank aber sorgten die Daten Emden zufolge nicht.

Oracles Quartalzahlen erwartet - Software- und Energie-Aktien unter Druck

Im Softwarebereich standen die Quartalszahlen von Oracle nach US-Börsenschluss im Fokus. Anleger erwarten offenbar nichts Gutes, wie anhaltende Kursverluste im Sektor zeigten. Die Aktien von SAP büßten 3,2 Prozent ein. Auch die Papiere von Nemetschek und Teamviewer verloren deutlich.

Am DAX-Ende machten Anleger bei den Papieren des Energietechnikkonzerns Siemens Energy weiter Kasse. Sie sackten um 6,5 Prozent ab.

Daumen hoch bei Adidas und Fielmann

Angetrieben von einem positiven Analystenkommentar setzten die Aktien von Adidas ihren jüngsten Erholungskurs mit plus 2,8 Prozent fort. Analyst Piral Dadhania von der kanadischen Bank RBC fand lobende Worte: Der Sportartikelkonzern biete inzwischen ein gut berechenbares Ergebniswachstum, das am oberen Ende der Branche rangiere. Insofern sei die Aktienbewertung noch günstig.

Die Anteilsscheine von Fielmann schnellten nach einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank an der Spitze des Nebenwerteindex SDAX  um gut sechs Prozent hoch. Analyst Michael Kuhn lobte das bewährte Geschäftsmodell, die dominante Marktposition, eine konstant hohe Kundenzufriedenheit und die erfolgreiche "Vision 2025" der Optikerkette.

DAX (WKN: 846900)

Enthält Material von dpa-AFX

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