15.12.2016 Fabian Strebin

Deutsche Börse vs. EU: Streitpunkt Clearing, trotzdem kaufen?

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Deutsche Börse
Trendthema

Die Deutsche Börse ist laut Handelsblatt einer Fusion mit der London Stock Exchance (LSE) ein gutes Stück näher gekommen. Derzeit prüft die EU-Kommission den geplanten Zusammenschluss: Sorgen bereiten den Aufsehern vor allem Wettbewerbsvorteile für den Marktbetreiber. Zwar sollen es mittlerweile nur noch sechs statt 25 Streitpunkte sein, bei denen sich die Kommission querstellt. Dazu gehört auch das Clearing von Derivaten.

Verkäufe auf der Agenda

Beim Derivateclearing springt die Börse als Gegenpartei ein, wenn ein Handelspartner bei einem Geschäft ausfällt. Bereits im September hatten die Deutsche Börse und die LSE angeboten, die LSE-Tochter Clearnet SA in Frankreich zu verkaufen, um die Aufseher zufrieden zu stellen. Da die Unternehmen ihr Angebot aber noch nicht eingereicht haben, konnte es bisher von der Kommission nicht berücksichtigt werden, sagen Insider gegenüber dem Handelsblatt. Neben der EU, die bis 6. März 2017 zu einer Entscheidung kommen will, muss auch noch die Börsenaufsicht in Hessen einer Fusion zustimmen.

Kaufen

Die Aussichten für die Fusion der Deutschen Börse mit der LSE haben sich zuletzt wieder aufgehellt und auch der Aktienkurs hat seit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten die Seitwärtsrange verlassen. Steigende Zinsen und die zahlreichen Wahlen in Europa 2017 halten die Volatilität an den Märkten hoch. Für die Deutsche Börse als Marktbetreiber sind das beste Voraussetzungen. In den USA profitiert der Konzern zudem über die Tochter Clearstream direkt von den höheren Zinsen. Das erwartete KGV von 16 für 2017 ist aufgrund der Wachstumsphantasie nicht zu teuer. Anleger bekommen außerdem eine Dividendenrendite von aktuell 3,2 Prozent. Wer noch nicht investiert ist, greift zu. DER AKTIONÄR sieht ein Kursziel von 90,00 Euro, Investoren sollten bei 60,00 Euro einen Stopp platzieren.