Börsen-Achterbahn: Jetzt richtig handeln
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20.04.2021 Carsten Kaletta

Deutsche Börse vor den Zahlen – das können Anleger erwarten

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Deutsche Börse

Heute Abend nach Handelsschluss wird es spannend: Dann legt die Deutsche Börse ihre Zahlen für das erste Quartal vor. DER AKTIONÄR sagt, womit Analysten rechnen, was das Unternehmen selbst im Vorfeld hierzu geäußert hat und wie sich am Anleger am besten positionieren.

Das erwarten die Analysten

Vom Unternehmen befragte Marktexperten rechnen für das erste Quartal mit deutlichen Rückgängen bei Umsatz und operativem Ergebnis. Die Analysten erwarten im Durchschnitt Netteoerlöse in Höhe von 837 Millionen Euro und damit knapp neun Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, als der Börsenbetreiber in der Corona-Krise besonders stark vom regen Handel an den Finanzmärkten profitiert hatte.

Auch beim operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erwarten die Experten rückläufige Zahlen und rechnen hier im Schnitt mit 499 Millionen Euro. Das wären rund 16 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Gewinn je Aktie dürfte um ein Fünftel auf 1,60 Euro sinken - basierend auf die 190 Millionen Anteile ergibt dies einen Überschuss von etwas mehr als 300 Millionen Euro (Vorjahr: 381 Millionen Euro).

Aus Sicht von Analyst Michael Werner von der Schweizer Großbank UBS hat das erste Quartal der Deutschen Börse im Aktien-Kassahandel und bei börsengehandelten Fonds stark geendet. Im Handel mit Terminkontrakten seien die Zahlen der Börsenbetreiber dagegen gemischt ausgefallen, urteilt der Experte. Unterdessen erachtet Benjamin Goy von der Deutschen Bank stark schwankende Handelsvolumina an den Finanzmärkten als Gegenwind für die Börsenbetreiber. Alles in allem blieben die Marktverhältnisse aber vorteilhaft, so der Analyst.

Das erwartet das Unternehmen
Konzernchef Theodor Weimer hatte bereits bei der Vorlage der Jahresbilanz im Februar die Erwartungen für das erste Quartal gedämpft. Der Manager verwies darauf, dass sich zum Jahresstart das historisch gute Ergebnis aus dem ersten Jahresviertel 2020 nicht wiederholen werde.

In Rahmen der im vergangenen Herbst vorgestellten Strategie "Compass 2023" sollen die Nettoerlöse im laufenden Jahr auf rund 3,5 Milliarden Euro zulegen. Das wäre ein Plus von knapp zehn Prozent.

Beim Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) rechnet das Management im laufenden Jahr mit einem Anstieg auf rund zwei Milliarden Euro nach knapp 1,9 Milliarden Euro 2020.

Bis 2023 soll die Erlöse dann auf rund 4,3 Milliarden Euro steigen. Dieses Plus soll rund zur Hälfte aus Übernahmen (M&A) kommen. Für den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wurde zwar kein absolutes Ziel ausgegeben. Doch ausgehend vom 2020er-Referenzwert, dem angepeilten Plus von zehn Prozent pro Jahr und der Aussage, dass die Marge stabil bleiben soll, ergäbe dies 2023 ein Ebitda von rund 2,5 Milliarden Euro.

Was macht die Aktie im Vorfeld?

Die Aktie notiert aktuell mit einem leichten Abschlag bei 147,00 Euro. Damit notiert das Papier über der charttechnisch wichtigen 200-Tage-Linie , die aktuell bei 143,97 Euro verläuft.

Deutsche Börse (WKN: 581005)

DER AKTIONÄR ist sowohl optimistisch für die heutigen Quartalszahlen als auch für die Zukunft. Wer bereits investiert ist, hat keinen Handlungsbedarf. Etwaige Nachzügler warten zunächst die Zahlen ab – womöglich werden im Rahmen der Pressekonferenz weitere Details zur laufenden Strategie präsentiert. Das Kursziel des AKTIONÄR: 185,00 Euro

(Mit Material von dpa-AFX)