30.03.2017 Fabian Strebin

Deutsche Börse: Aus und vorbei?

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Deutsche Börse
Trendthema

Die EU-Kommission hat den Zusammenschluss der Deutschen Börse mit der London Stock Exchange (LSE) jetzt auch offiziell untersagt. Auf einer Pressekonferenz nannte die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager den konkreten Grund: Die Aufsicht fürchtete ein Monopol des neuen Unternehmens auf dem Markt für das Clearing von Anleihen. Zudem ging man in Brüssel von negativen Effekten auf angrenzende Geschäfte wie die Abwicklung oder Lagerung von Wertpapieren aus.

LSE blieb stur

Die Fusionspartner hatten angeboten die französische Tochter der LSE, die LCH Clearnet, zu verkaufen, um der Kommission entgegen zu kommen. So wollte man Befürchtungen zerstreuen, dass sich beim Clearing von Derivaten ein Monopol bilden könnte. Der EU reichte dieser Schritt aber nicht. Sie forderte zusätzlich den Verkauf der Anleihehandelsplattform MTS von der LSE. Die Briten weigerten sich aber.

Seit dem Brexit haben sich die Chancen für eine Fusion der Deutschen Börse und der LSE zusätzlich eingetrübt. Abgesehen von den Forderungen der EU-Kommission waren daher weitere rechtliche Probleme zu befürchten. Die Deutsche Börse hat als Reaktion ein Sparprogramm aufgelegt und einen Einstellungsstopp verhängt. So soll ein Teil der durch die Fusionsvorbereitungen entstanden Kosten wieder hereingeholt werden. Die steigenden Zinsen in den USA und das hohe Handelsvolumen rund um Wahltermine in Europa sollten aber die Erträge des Marktbetreibers im laufenden Jahr in die Höhe treiben.

Jetzt erst recht

Der Zusammenschluss mit der LSE hätte für die Deutsche Börse erhebliche Synergieeffekte gebracht. Seit dem Brexit stand die Fusion aber unter keinem guten Stern. Für den Konzern ist das Scheitern indes kein Beinbruch, da der Marktbetreiber gut aufgestellt ist und eine hohe Innovationskraft besitzt. Als Reaktion auf das Fusionsverbot der EU legte die Aktie dann auch fast zwei Prozent zu.

Für den AKTIONÄR ist der Titel nach wie vor ein Kauf, das Kursziel beträgt 100 Euro, Anleger sollten bei 65 Euro einen Stopp platzieren.


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