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14.12.2020 Fabian Strebin

Deutsche Bank und Commerzbank: Lockdown 2.0 - Experten erwarten Pleitewelle in 2021

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Commerzbank

Der Lockdown ist wieder da. Nachdem der Staat betroffene Unternehmen das ganze Jahr über mit vielfältigen Hilfsmaßnahmen unterstützt hat, kommt nächstes Jahr für einige trotzdem die Offenbarung. Eine Umfrage unter Experten zeigt, dass die aufgeschobene Pleitewelle 2021 nicht mehr aufzuhalten ist. Doch nicht alle Banken dürften gleich hart getroffen werden.

Das Mannheimer Forschungsinstitut ZEW hat unter 174 Finanzmarktexperten eine Umfrage durchgeführt. Das Handelsblatt berichtet darüber. Demnach rechnen die Befragten in Summe mit einer Zunahme von Unternehmensinsolvenzen und Kreditausfällen im ersten Halbjahr 2021. Die Großbanken stehen dabei aber laut Meinung der Experten nicht im Auge des Sturms.

55 Prozent erwarten einen starken Anstieg der Insolvenzen, während 43 nur von einem leichten ausgehen. Die Kreditausfälle werden demnach in den kommenden sechs Monaten in Deutschland zunehmen. Bezogen auf die Anzahl der faulen Kredite hält sich das Ergebnis die Waage: 48 Prozent rechnen mit einer leichten, 45 Prozent mit einer starken Zunahme. Aber nicht alle Institute werden gleichmäßig beeinträchtig.

Sparkassen und Volksbanken im Fokus

Ausgerechnet Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken sehen die Experten in Gefahr. 58 Prozent sehen Sparkassen besonders gefährdet, bei den Genossenschaftsbanken sind es 56 Prozent. Nur für 32 Prozent der Befragten stehen Großbanken im Fokus. „Insgesamt dürften die deutschen Banken ausreichende Puffer für ausfallgefährdete Kredite angelegt haben“, meint Markus Strietzel, Senior Partner bei der Beratung Roland Berger gegenüber dem Handelsblatt. Einige kleinere Institute könnten aber trotzdem Probleme bekommen, das könne auch für Sparkassen und Genossenschaftsbanken gelten.

Deutche Bank und Commerzbank stehen noch gut da

Die Kreditausfälle und dafür angelegte Risikovorsorge haben sich bei Deutscher Bank und Commerzbank - wie in der Gesamtbranche - im laufenden Jahr deutlich erhöht. Allerdings sind die Niveaus insgesamt noch moderat. Beispielsweise ist die Quote notleidender Kredite bei der Commerzbank mit 0,8 Prozent noch immer sehr gering, vor allem im Vergleich mit den Peers. Auch dieses Mal stützt der Staat die betroffenen Branchen zudem mit Milliarden. Das mildert mögliche Kreditausfälle ab.

Commerzbank (WKN: CBK100)

Bei den Bankaktien dürfte es heute bergab gehen. Die Weihnachtsrallye ist in Deutschland damit wohl abgeblasen. Im kommenden Jahr ergeben sich indes bei beiden Aktien Chancen durch Sanierungsgewinne. Anleger, die noch investieren wollen, sollten aber abwarten, bis sich die Marktlage etwas beruhigt hat. Das gilt auch für das Chartbild.

Deutsche Bank (WKN: 514000)

Hinweis auf Interessenkonflikte:

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Commerzbank.

Aktien von Commerzbank befinden sich im AKTIONÄR-Depot.

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