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22.06.2021 Carsten Kaletta

Deutsche Bank steckt in einem Dilemma

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Deutsche Bank

Der Deutschen Bank droht neues Ungemach. So könnten auf den Branchenprimus erhöhte Kapitalanforderungen seitens der EZB zukommen, wenn nicht bald weniger Kredite an hochverschuldetet Unternehmen vergeben werden, berichtet Bloomberg. Das könnte dann auf der Ertragsseite zu Einbußen führen – sofern man den Vorgaben der Aufsichtsbehörde Folge leistet.

Die EZB hat der Deutschen Bank offenbar deutlich gesagt, dass sie mehr Eigenkapital aufgrund der erhöhten Risiken der „Leveraged Loans“ genannten Kredite vorhalten muss. Die Bank kann die strengeren Anforderungen noch umgehen, wenn die entsprechenden Risiken zurückgefahren werden, bevor Ende dieses Jahres die Kapitalanforderungen für 2022 festgesetzt werden, heißt es.

Leveraged Loans seien „ein wichtiges Geschäft für die Wirtschaft und für viele Banken, auch für die Deutsche Bank“, so ein Unternehmenssprecher gegenüber dem Handelsblatt. „Wir haben in diesem Geschäft eine solide Erfolgsbilanz und verfolgen einen vorsichtigen Risikoansatz, wie es die Vorschriften verlangen.“ Mit dieser speziellen Kreditform hatte die Deutsche Bank letztes Jahr mehr als 300 Millionen Dollar (252 Millionen Euro) an Erträgen erzielt.

Das Geschäft ist ertragsstark und Teil des Investmentbanking. Da die Dynamik im Handelsgeschäft allmählich abflaut, hat es für die Deutsche Bank an Bedeutung gewonnen. Die deutsche Nummer 1 hatte zuletzt ihren Marktanteil ausgebaut, muss aber jetzt eine Lösung für die Aufgabenstellung der EZB finden, die zur Vorsicht in diesem Bereich mahnt.

Die Deutsche Bank Aktie verliert am Dienstag rund ein Prozent und notiert bei 10,90 Euro.

Deutsche Bank (WKN: 514000)

Die Deutsche Bank steckt im Grunde in einem Dilemma: Einerseits verfolgt Konzern-Boss Christian Sewing das Ziel, die Beziehungen zu den Aufsichtsbehörden zu verbessern. Andererseits braucht er die Erträge (auch) aus diesem Geschäft, um seine ambitionierten Ziele zu erreichen. Kurzum: Ein Neueinstieg drängt sich derzeit nicht auf. Investierte Anleger bleiben dabei und beachten den Stopp bei 8,00 Euro.