18.04.2019 Fabian Strebin

Deutsche Bank: Nicht schon wieder!

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Deutsche Bank
Trendthema

In den Verhandlungen über eine Fusion mit der Commerzbank spielen die rechtlichen Altlasten der Deutschen Bank bisher keine Rolle. In den letzten Jahren wurde hier auch viel abgearbeitet. Doch jetzt kocht die Übernahme der Postbank aus dem Jahr 2008 hoch. Es geht um hunderte von Millionen Euro, die im Feuer stehen.

Das Landgericht Köln hat die Deutsche Bank verpflichtet, mehrere Dokumente zur Postbank-Übernahme vorzulegen, so das Handelsblatt. Bisher weigerte sich das Finanzinstitut. In dem Prozess geht es um die Frage, ob die Deutsche Bank Aktionäre bei der Postbank-Übernahme übervorteilt hat.

Verbotene Absprachen?

Die Deutsche Bank stieg in zwei Schritten bei der Postbank ein. Erst kaufte sie 30 Prozent. Dann sicherte sie sich zwei Jahre später die Mehrheit. Erst dann machte sie den Aktionären ein deutlich günstigeres Angebot. Der Verdacht lautet nun, dass die Deutsche Bank bei der Postbank schon vor dem Kauf der Mehrheit die Kontrolle hatte. Das soll durch Absprachen mit dem damaligen Großaktionär Deutsche Post geschehen sein.

Millionen im Feuer

Ausgerechnet während der Fusionsverhandlungen mit der Commerzbank kocht der Vorgang aus dem Jahr 2008 wieder hoch. Die Klage beläuft sich auf 700 Millionen Euro plus Zinsen. Am Ende ergibt sich ein Betrag von mehr als einer Milliarde Euro. Die Deutsche Bank hat eine Eventualverbindlichkeit in unbekannter Höhe gebildet. Das bedeutet, dass der Konzern einen finanziellen Schaden nicht ausschließt, aber für eher unwahrscheinlich hält.

Finger weg

Kommt es zu einer Übernahme der Commerzbank, müsste die Deutsche Bank wahrscheinlich eine Kapitalerhöhung in Milliardenhöhe stemmen. Den Kurs der Aktie würde das weiter verwässern. Für spekulative Anleger eignet sich eher die Commerzbank. Hier setzt DER AKTIONÄR seit Anfang März auf steigende Kurse.