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29.10.2020 Fabian Strebin

Deutsche Bank: Hoher Quartalsgewinn ist Fluch und Segen zugleich

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Deutsche Bank

Die Deutsche Bank hat mit ihren Zahlen zum dritten Quartal gestern die Anleger positiv überrascht. Der Gewinn fiel doppelt so hoch aus wie erwartet. Die negative Marktstimmung wegen des erwarteten Lockdowns hatte die Aktie aber erfasst. Die Meinung der Analysten hat sich auch nicht geändert, denn der unerwartet hohe Gewinn der Bank lässt sich eindeutig zuordnen.

Als Christian Sewing im April 2018 bei der Deutschen Bank als CEO antrat, befand sich das Traditionshaus in einer tiefen Krise. Milliarden an Strafzahlungen, verursacht durch die Investmentbanking-Sparte, hatten die Reputation des Finanzinstitutes beschädigt und die Kapitaldecke ausgehöhlt. Sewing trat mit dem Versprechen an, den Erfolg der Bank in Zukunft auf die weniger volatilen Geschäftsbereiche wie das Asset Management oder die Privatkundensparte zu bauen. Aufgrund der Corona-Pandemie gelang das nicht.

Investmentbanking übertrifft alle Erwartungen

Denn im dritten Quartal kamen 30 Prozent der konzernweiten Erträge aus dem Investmentbanking. Insbesondere der Handel mit Anleihen und Währungen wuchs um 47 Prozent. Vor einem Jahr verdiente die Sparte noch 64 Millionen Euro Vorsteuergewinn, nun explodierte der Überschuss auf 957 Millionen Euro. Die Abhängigkeit von dem Segment ist also deutlich gestiegen. Allerdings liegt das an der Corona-Pandemie, in der Großkunden vermehrt Liquidität benötigen und die Bank selbst ihren Handel ausbaut.

Prognose angehoben

Die Bank hat ihre Prognose für die Investmentbanking-Sparte mittlerweile erhöht: Das Institut geht davon aus, dass die Erträge im Vergleich zum Vorjahr nun „deutlich höher ausfallen“. Bislang ging das Institut nur von Erträgen aus, die „höher ausfallen. Insgesamt erwartet das Management für das Gesamtjahr ein positives Vorsteuerergebnis im Gesamtkonzern. Vielfach gibt es nun Kritik, dass die Bank gerade im Investmentbanking wieder aufdreht. Doch in der Pandemie wird es zum Vorteil, dass kleine Selbstständige, die jetzt um ihre Existenz bangen müssen, eben nicht zum Stammklientel der Bank gehören. Die Ausfälle bei Krediten konnten bisher auch dank staatlicher Hilfen für Unternehmen im Rahmen gehalten werden.

Deutsche Bank (WKN: 514000)

Nach den Verlusten der letzten Tage strebt die Aktie wieder nach oben, die 50-Tage-Linie bei 7,47 Euro wurde im Intra-Day-Handel zurückerobert. Als Unterstützungen fungieren der Aufwärtstrend um 7,24 Euro und die 200-Tage-Linie bei 7,60 Euro.

Investierte Anleger bleiben dabei und beachten den Stopp bei 5,50 Euro. Mutige Trader können auf eine weitere Aufwärtsbewegung setzen.