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23.06.2017 Fabian Strebin

Deutsche Bank: Back to the roots

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Deutsche Bank

Deutsche-Bank-CEO John Cryan lässt beim Umbau des Unternehmens keinen Stein auf dem anderen. Doch genau das könnte sich auszahlen. Vergangene Woche wurde bekannt, dass die Bank mit der neu gegründeten Kapitalmarktsparte Global Capital Management Großkonzerne vom Börsengang bis hin zu Fremdwährungsgeschäften aus einer Hand betreuen will. Nun startet Cryan eine Charmeoffensive für den deutschen Mittelstand.

Im Zuge der Neustrukturierung der Deutschen Bank ist der Ansprechpartner für kleinere Unternehmen zukünftig die Privatkundensparte. Dort wird nun eine eigene Kapitalmarktabteilung aus der Taufe gehoben, die sich ausschließlich um Mittelständler mit einem Umsatz bis zu 250 Millionen Euro kümmern soll. Das berichtet das Handelsblatt. „Die neue Einheit soll Kunden allumfassend in allen strategischen Finanzierungsfragen beraten können. Wir investieren dafür in Menschen und in Zeit“, sagt Stefan Bender, Chef des Firmenkundengeschäfts in der Privat- und Firmenkundensparte, der Zeitung.

Umkämpfter Markt

Ähnlich wie bei Großkonzernen bietet die Deutsche Bank den Mittelständlern die komplette Beratungspalette an. Dazu soll das Team von Corporate-Finance-Experten auf bis zu 50 Mitarbeiter wachsen - wenn das Geschäft gut anläuft. Denn gesagt ist das beileibe nicht. Im Markt mit kleineren Unternehmen buhlt neben den Sparkassen und Volksbanken auch die Commerzbank um Kunden. Im Segment von 100 Millionen Euro bis eine Milliarde Euro ist die Commerzbank derzeit nach eigenen Angaben der Platzhirsch.

Unterbewertet

Einfach wird es für die Deutsche Bank sicherlich nicht, im Markt mit deutschen Mittelständlern richtig Fuß zu fassen. Bisher wurde das Segment vernachlässigt. Allerdings bietet sich hier weiteres Wachstumspotenzial, was die Bank nach dem Vertrauensverlust im vergangenen Jahr dringend brauchen kann. Denn im Zuge des Hypothekenskandals verlor der Konzern im Jahr 2016 etliche Kunden.

Die Aktie der Deutschen Bank ist mit einem KGV von nur 12 weiter unterbewertet. Die Peergroup kommt auf einen Wert von 13. Auch beim Kurs-Buchwert-Verhältnis kommt die Aktie auf 0,5, während die Konkurrenz im Median 0,8 erreicht. Weitere Fantasie kommt von einer Zinswende der EZB. DER AKTIONÄR sieht noch Potenzial bis 25,00 Euro und rät weiterhin zum Kauf. Ein Stopp sollte bei 12,50 Euro platziert werden.

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