23.12.2019 Nikolas Kessler

Deutsche Bank: Umstrittenes Beratungsmandat soll auslaufen

-%
Deutsche Bank
Trendthema

Der US-Hedgefonds Cerberus ist bei der Deutschen Bank seit 2017 als Großaktionär und seit 2018 auch als Berater an Bord – eine durchaus kritische Doppelrolle. Damit soll laut einem Medienbericht aber bald Schluss sein.

Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag unter Berufung auf einen Insider berichtet, soll der Beratervertrag zwischen der Deutschen Bank und Cerberus Capital Management voraussichtlich nicht erneuert werden, wenn er Ende Dezember ausläuft. Die Großbank hatte im Vorjahr eine Sparte der US-Private-Equity-Gesellschaft als Berater engagiert, um Einsparmöglichkeiten zu identifizieren und das Liquiditätsmanagement zu verbessern.

Cerberus sei seit Mitte 2018 eine großartige Unterstützung gewesen und habe der Bank geholfen, ihre tiefgreifende Transformation in Gang zu bringen, zitiert Bloomberg einen Sprecher der Deutschen Bank. Nun drehe sich alles um die Umsetzung.

Ein Sprecher von Cerberus lobte die Leistungen von Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing und äußerte sich zuversichtlich, dass der CEO und sein Team den Restrukturierungsplan umsetzen können, um die finanzielle und operative Leistung der Bank zu verbessern.

Umstrittenes Mandat für einen Großaktionär

Das Mandat von Cerberus ist allerdings nicht unumstritten – schließlich zählt der New Yorker Hedgefonds mit drei Prozent der Anteile (gehalten von CEO Stephen A. Feinberg) auch zu den größten Aktionären der Deutschen Bank. So gab es Bedenken, dass der US-Investor womöglich Zugang zu vertraulichen Informationen erhalten könnte, die anderen Aktionären nicht vorliegen. Aus diesem Grund wurde Cerberus der Kauf oder Verkauf von Deutsche-Bank-Aktien für die Dauer des Mandats untersagt.

Ob sich Cerberus nach dem Auslaufen des Vertrags auch von der Beteiligung an der Deutschen Bank trennen wird, ist bislang offen. Wenn, dann wäre der Ausstieg nur mit schmerzhaften Verlusten möglich: Seit im November 2017 erstmals eine Beteiligung angekündigt wurde, hat sich der der Aktienkurs der Deutschen Bank mehr als halbiert.

Deutsche Bank (WKN: 514000)

Dass die Deutsche Bank in diesem Jahr den größten Konzernumbau ihrer Geschichte angestoßen hat, ist wohl nicht zuletzt der „Heuschrecke“ Cerberus zu verdanken. Zum aktuellen Zeitpunkt erscheinen Kosten und Risiken dieses Unterfangens jedoch hoch und die Erfolgsaussichten ungewiss. Aus diesem Grund steht die Deutsche-Bank-Aktie derzeit nur auf der Beobachtungliste des AKTIONÄR.