Die Gewinner der Q2-Zahlensaison >> lesen
Foto: Börsenmedien AG
23.11.2018 Thorsten Küfner

Der Gaspreis steigt, die Gazprom-Aktie auch?

-%
Gazprom

Es ist am heutigen Morgen sogar das Top-Thema auf der Homepage des Spiegels: „Gaspreise steigen kräftig“. Darin wird dargelegt, dass es für die deutschen Verbraucher wieder einmal deutlich teurer werden dürfte. Diese Entwicklung spielt natürlich dem weltgrößten Gasproduzenten Gazprom in die Karten.

In dem Artikel werden die Gründe für die gestiegenen Gaspreise aufgezählt. Neben dem höheren Ölpreisniveau und dem trockenen Sommer, der dazu geführt hat, dass weniger Kohle über die Flüsse transportiert werden konnte (wodurch nun vermehrt Energie aus Gas gewonnen werde muss), gibt es noch einen weiteren Punkt: die steigende Nachfrage aus Asien. Und hierbei muss bedacht werden, dass die mit Spannung erwartete China-Pipeline des russischen Weltmarktführers noch gar nicht in Betrieb genommen wurde (wobei für die Belieferung Chinas auch neue Vorkommen in Sibirien genutzt werden sollen).

Doch nicht nur in Deutschland legen die Gaspreise zu. Der börsengehandelte Gaspreis (Henry Hub) hat ein neues Mehrjahreshoch markiert (siehe Chart). Allerdings gab es in der Vergangenheit bereits mehrere Male derartig starke Anstiege, die aber meist nicht von längerer Dauer waren.

Foto: Börsenmedien AG

Keine überschwänglichen Erwartungen
Ohnehin sollten Anleger im Hinterkopf behalten, dass der von den Versorgern festgelegte Gaspreis für Gazprom selbst wenig Einfluss hat. Und auch der an der Börse ermittelte Preis spielt für den russischen Energieriesen nicht die einzig entscheidende Rolle. Denn Gazprom hat bei vielen Lieferverträgen den Preis oftmals über Jahre hinaus fix vereinbart, wodurch beide Seiten Planungssicherheit haben. Zudem gibt es bei zahlreichen Liefervereinbarungen eine Kopplung an den Ölpreis.

Foto: Börsenmedien AG

Attraktiv für mutige Anleger
Nichtsdestotrotz sind die steigenden Gaspreise für Gazprom natürlich positiv zu werten. Die Aussichten für die extrem günstig bewertete Aktie bleiben nach wie vor gut. Mutige können hier weiter zugreifen. Der Stoppkurs sollte bei 3,50 Euro belassen werden.

Behandelte Werte

Name Wert Veränderung
Heute in %
Gazprom - €

Buchtipp: Modern Money Theory

Manche Ökonomen halten die Modern Money Theory (MMT) nicht nur für die Weiterentwicklung der Thesen von John Maynard Keynes, sondern auch für das richtige oder sogar einzige Rezept für erfolgreiche Finanzpolitik des 21. Jahrhunderts. Andere, wie etwa Paul Krugman, kritisieren sie scharf und warnen vor Hyperinflation. Kann man die Thesen der MMT mit „Mehr Staat, weniger Markt“ angemessen beschreiben? Haben die Ökonomen recht, die wollen, dass sich Geldpolitik an Beschäftigungszielen orientiert? Der passende theoretische Rahmen für Geldpolitik in unserer Zeit oder nur alter Wein in neuen Schläuchen – Kater garantiert? Wer mitreden will, der muss verstehen. Wer verstehen will, dem empfehlen wir diese Einführung ins Thema.
Modern Money Theory

Autoren: Wray, L. Randall
Seitenanzahl: 400
Erscheinungstermin: 06.10.2022
Format: Softcover
ISBN: 978-3-86470-852-7