Kommt jetzt der Crash? Im Zweifel: Kaufen
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20.07.2021 Marion Schlegel

DAX nach dem Kurseinbruch kaum verändert erwartet, schwache Vorgaben aus den USA und Asien – das ist heute wichtig

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DAX

Nach dem Kurseinbruch des DAX zu Wochenbeginn ist weiter mit einem nervösen Handel zu rechnen. Der Broker IG taxiert den deutschen Leitindex am Dienstag rund zwei Stunden vor dem Auftakt kaum verändert auf 15.131 Punkte. Am frühen Morgen hatte sich noch eine Erholung auf bis zu 15.227 Punkte abgezeichnet.

DAX (WKN: 846900)

Wieder aufgeflammte, massive Corona-Sorgen hatten den DAX am Montag aus seinen ruhigen Bahnen in Sichtweite des Rekordhochs von 15.810 Punkten geworfen. Mit einem Minus von mehr als zweieinhalb Prozent trübte sich das charttechnische Bild zumindest kurzfristig massiv ein. Der Aufwärtstrend seit dem Corona-Tief im März 2020 konnte jedoch auch mit dem Rutsch auf zeitweise 15.048 Punkte noch knapp verteidigt werden. Als Unterstützungen dürften neben der runden Marke von 15.000 Punkten auch ein Tief aus dem Mai dieses Jahres bei 14.961 Punkten Beachtung finden.

Einen schlechten Start in die neue Börsenwoche haben die Aktienkurse in New York am Montag hingelegt. Vor allem die rasche Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus ist den Anlegern schwer auf den Magen geschlagen. Die Sorge, dass die Variante das weltweite Wirtschaftswachstum bremsen könnte, drückte auf die Kurse. Die US-Gesundheitsbehörde CDC etwa warnte angesichts der starken Zunahme der Coronavirus-Infektionen in Großbritannien vor Reisen in das Land. Das drückte den Leitindex Dow Jones Industrial um 2,1 Prozent auf 33.962,04 Punkte nach unten. Er fiel somit unter die 34.000er-Marke auf den niedrigsten Stand seit fast einem Monat. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 1,6 Prozent auf 4.258,49 Punkte abwärts. Der technologielastige Nasdaq 100 hielt sich etwas besser mit einem Minus von 0,9 Prozent auf 14.549,09 Zähler.

Die Furcht vor einer Konjunkturdelle wegen der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus hat die Börsen in Asien auch am Dienstag belastet. Der Hang Seng in Honkong fiel zuletzt um mehr als ein Prozent und der CSI-300-Index, der die Aktien der 300 größten börsennotierten Unternehmen vom chinesischen Festland beinhaltet, büßte gut ein halbes Prozent ein. In Tokio ging es für den japanischen Leitindex Nikkei 225 weiter abwärts. Knapp zwei Prozent geht es hier nach unten. Südkorea und Australien blieben ebenfalls unter Druck.

Am heutigen Dienstag stehen wieder einige Quartalszahlen auf dem Programm. Es berichten unter anderem Philip Morris, Netflix und United Airlines.

DER AKTIONÄR wird im Laufe des Tages über sämtliche wichtigen Entwicklungen und Neuigkeiten an den nationalen und internationalen Märkten berichten.

(Mit Material von dpa-AFX)

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