Nach vier schwächeren Handelstagen könnte der DAX diesen Negativlauf womöglich endlich durchbrechen. Rund zweieinhalb Stunden vor dem Xetra-Handelsstart sah Broker IG den deutschen Leitindex immerhin 19 Punkte höher bei 26.002 Zählern. In der Vorwoche hatte der DAX bei 26.573 Punkten noch sein Rekordhoch erreicht.
Seither gab der deutsche Leitindex immer weiter ab. Am gestrigen Donnerstag fand der Index bei 25.914 Punkten jedoch einen Boden und behauptete sich letztlich oberhalb seiner 21-Tage-Linie. Der kurzfristige Aufwärtstrend blieb damit trotz der Korrektur grundsätzlich erhalten.
Der Iran-Krieg hält die Energiepreise oben, die teure Energie nährt die Inflationserwartung, diese treibt die Anleiherenditen und steigende Renditen entziehen wiederum den Aktienbewertungen die Grundlage. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen notiert bei 3,26 Prozent und damit auf dem höchsten Niveau seit Mai 2011. Die Landesbank Helaba schrieb zudem, eine freie Seefahrt durch die Straße von Hormus sei „eher Wunschdenken als Realität". Das Marktumfeld bleibt also rau.
Der Konjunkturkalender steht heute im Zeichen der ersten Veröffentlichung der Einkaufsmanagerindizes für August: 09:30 Uhr Deutschland, 10:00 Uhr Eurozone, 10:30 Uhr Großbritannien, 15:45 Uhr USA, dazu um 16:00 Uhr das vorläufige Verbrauchervertrauen der Eurozone. Als Vorwert steht der Composite-Index der Eurozone bei 52,0 Punkten aus dem Juli, einem Achtmonatshoch; die deutschen Industriedaten waren in der ersten Juli-Veröffentlichung mit 52,2 Punkten überraschend deutlich in den Wachstumsbereich gesprungen.
Von den Unternehmen kommen um 07:00 Uhr die Halbjahreszahlen von Siegfried Holding und um 11:30 Uhr die vorläufigen Zahlen von Borussia Dortmund für das Geschäftsjahr 2025/2026.
Anleger dürften zudem weiter die Vortagesgewinner und -Verlierer im DAX im Blick haben. Auf der Gewinnerseite standen am Donnerstag Qiagen mit einem Plus von 2,2 Prozent, Symrise mit 2,1 Prozent, Infineon mit 1,8 Prozent sowie Continental mit gut einem Prozent, gestützt von einer positiven Brancheneinschätzung von JPMorgan-Analyst Jose Asumendi zum Reifengeschäft. Am Ende der Liste rangierten Adidas mit einem Minus von 3,4 Prozent, Rheinmetall mit 1,8 Prozent und Scout24 mit 1,6 Prozent. Den stärksten Einzelwert des Tages stellte allerdings der MDAX: Sartorius Vorzüge gewannen nach einer Kaufempfehlung der UBS 6,4 Prozent.
Am Rohstoffmarkt bleibt der Ölpreis das bestimmende Thema. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostete zuletzt rund 93 Dollar und war zeitweise bis auf 94,0 Dollar geklettert, den höchsten Stand seit knapp vier Wochen. Gold notiert bei 4.519 Dollar je Feinunze. Der Bitcoin hat unterdessen seine Sommerflaute beendet und stieg erstmals seit Anfang Juni wieder über 70.000 Dollar, in der Spitze auf rund 72.000 Dollar.
Von der Wall Street kamen schwache Vorgaben. Der Dow Jones Industrial verlor 1,3 Prozent auf 52.759 Punkte und damit so viel wie seit Ende Juli nicht mehr, der S&P 500 gab 0,9 Prozent auf 7.641 Punkte ab, der Nasdaq Composite 1,0 Prozent auf 26.067 Punkte. Belastet hat vor allem Walmart: Der weltgrößte Einzelhändler übertraf zwar die Gewinnschätzungen, verfehlte aber beim Wachstum auf vergleichbarer Fläche die Erwartungen deutlich – die Aktie brach um rund neun Prozent ein.
In Asien setzte sich die Schwäche am Freitagmorgen fort. Der Nikkei 225 verlor 0,9 Prozent, der breiter gefasste Topix 0,4 Prozent. In Seoul gab der Kospi 1,1 Prozent nach, der Technologieindex Kosdaq sogar 2,4 Prozent. Der australische S&P/ASX 200 lag 0,2 Prozent im Minus.
DER AKTIONÄR wird im Laufe des Tages über sämtliche wichtigen Entwicklungen und Neuigkeiten an den nationalen und internationalen Märkten berichten.
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