18.04.2019 Jan Fankhänel

Dan Loeb attackiert Sony: Doch wie verliefen seine letzten 3 aufsehenerregenden Deals?

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Dan Loeb ist einer der erfolgreichsten aktivistischen Investoren unserer Zeit. Mit seinem Hedgefonds Third Point erwirbt er Anteile an Unternehmen, um diese dann mit Hilfe der erworbenen Stimmrechte und der Unterstützung anderer Anteilseigner umzustrukturieren. Aktuell ist sein neues Ziel bei Sony die Filmstudios vom Konzern abzuspalten – aber wie erfolgreich waren seine letzten großen Deals.

1. Dow Chemical DuPont

Nach der Fusion von Dow Chemical und DuPont unterstützte Loeb zunächst eine Aufspaltung in drei Unternehmen. So sollte aus dem neu entstandenen Chemie-Riesen ein Agrarchemiekonzern, ein Kunststoffspezialist und ein Hersteller von Spezialprodukten entstehen. Später wollte Loeb den Konzern dann sogar in sechs Teileinheiten zerstückeln. Seit der Fusion von Dow und DuPont hat das neu entstandene Papier circa sieben Prozent verloren und eine Aufspaltung scheint vom Tisch zu sein. Dan Loeb hat seitdem seine Position um circa 50 Prozent abgebaut.

2. Nestlé

Dan Loeb ist nun seit circa einem Jahr an dem Schweizer Nahrungsmittelkonzern mit einem Anteil von 1,3 Prozent beteiligt. Gleich zu Beginn legte er bei Nestle einen Katalog mit mehreren Forderungen dar. Nach diesem soll Nestlé sich von seiner Beteiligung an L'Oréal trennen. Außerdem soll der Konzern sich stärker auf seine Kernbereiche Getränke, Gesundheit und Tiernahrung spezialisieren und restliche Segmente abstoßen. Gleichzeitig stellte er die Forderung interne Verwaltungskosten zu senken und Innovationen stärker zu fördern.

Nach erbitterten Kämpfen mit dem aktuellen CEO Mark Schneider, hat sich bei Nestlé im letzten Jahr einiges getan. So hat Nestlé seine Süßigkeiten-Sparte verkauft und das alleinige Recht auf den Vertrieb von Starbucks-Produkten in Supermärkten erworben. Beim Verkauf von L'Oréal stellt sich das Management allerdings weiterhin stur. Den Aktionären scheint der aktuelle Kurs zu gefallen und das Papier hat in den letzten zwölf Monaten über 30 Prozent erzielt.

3. eBay

Im September 2014 stieg Dan Loeb bei eBay ein und unterstütze in diesem Zug Investor Carl Icahn in seinen Forderungen, PayPal abzuspalten. Nach dem Spin-off 2015 verlor die Aktie von eBay 60 Prozent und konnte sich seitdem kaum wieder erholen. Anders sah es dagegen mit PayPal aus. Investoren konnten hier seit 2015 ein sattes Plus von 176 Prozent einfahren.

Sony also interessant für Anleger?

Bereits als Dan Loeb das letzte Mal bei Sony einstieg, gab es Grund zur Freude bei den Aktionären. Loeb konnte seine Forderungen zwar nicht durchsetzen, jedoch setzte das Management radikale Sparmaßnahmen um und die Kurse stiegen signifikant.

Aufgrund eines Medienberichtes bezüglich des Einstiegs von Third Point bei Sony zu investieren, ohne die Forderungen von Loeb zu kennen, ist verfrüht. Sollten Spin-Offs kommen, könnten die abgeschlagenen Unternehmensteile jedoch eine interessante Investitionsmöglichkeit auftun. Es empfiehlt sich damit abzuwarten und im Falle des Falles einen Blick auf das Spin-Off zu werfen.