Aktien können in Krisen massiv einbrechen. Eine andere Anlageklasse hat sich dagegen über Jahrzehnte erstaunlich stabil entwickelt. Kein Wunder, dass auch Milliardäre wie Bill Gates und Jeff Bezos dort investiert sind. Doch was steckt hinter dem Boom dieser auf den ersten Blick ungewöhnlichen Assetklasse – und wie können Anleger davon profitieren?
- Während Aktienkurse starken Schwankungen unterliegen, ist der Preis für Farmland deutlich stabiler.
- Nicht nur Bill Gates und Jeff Bezos, sondern auch Warren Buffett hat in Farmland investiert.
- Mit börsennotierten Landwirtschaftsunternehmen oder Geräteherstellern können Anleger ebenfalls in den Sektor investieren.
An den Börsen liegen zwischen Euphorie und Panik oft nur wenige Monate. Finanzkrise, Corona-Crash oder andere Schockphasen haben gezeigt, wie schnell Aktienkurse um 30, 40 oder sogar mehr als 50 Prozent einbrechen können. Deutlich stabiler hat sich dagegen der Preis für Farmland in den USA entwickelt.
Denn während die Aktienmärkte immer wieder heftigen Schwankungen ausgesetzt sind, haben sich die Preise für landwirtschaftliche Flächen in den USA über Jahrzehnte nach oben entwickelt. Das macht Farmland nicht nur für Landwirte interessant, sondern zunehmend auch für Großinvestoren.
US-Farmland auf Rekordniveau
Die Zahlen des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) sprechen eine klare Sprache: 2025 lag der durchschnittliche Wert eines Acre US-Farmland bei rund 4.350 Dollar – so hoch wie nie zuvor. 2005 waren es lediglich 1.610 Dollar. Damit hat sich der Wert innerhalb von zwei Jahrzehnten um rund 170 Prozent erhöht.
Beachtlich ist dabei nicht nur die langfristige Wertentwicklung, sondern auch die vergleichsweise geringe Volatilität. Selbst während der Finanzkrise 2008/09 zeigte sich der US-Farmland-Markt erstaunlich robust. Der durchschnittliche Wert eines Acre fiel von rund 2.170 auf 2.090 Dollar – ein Rückgang von weniger als vier Prozent. Bereits im Folgejahr setzte die Erholung ein.
Damit unterscheidet sich Farmland fundamental von Aktien: Die Preise reagieren zwar ebenfalls auf Konjunktur, Zinsen, Rohstoffpreise und andere wirtschaftliche Faktoren, die Schwankungen fallen historisch jedoch deutlich geringer aus.
Warum Bill Gates, Jeff Bezos und sogar Warren Buffett auf Land setzen
Kein Zufall also, dass sich auch einige der reichsten Unternehmer der Welt in diesem Markt engagieren. Microsoft-Gründer Bill Gates gehört zu den größten privaten Landbesitzern der USA. Sein Farmland-Portfolio umfasst Berichten zufolge rund 275.000 Hektar, unter anderem in Louisiana, Nebraska, Arizona und Arkansas.
Auch Amazon-Gründer Jeff Bezos zählt zu den prominenten Großinvestoren in US-Landwirtschaftsflächen. Für Milliardäre bietet Farmland dabei einen entscheidenden Vorteil: Es handelt sich um einen realen Sachwert mit begrenztem Angebot, der gleichzeitig laufende Erträge generieren kann.
Und sogar Börsenstar Warren Buffett hat 1986 eine 400 Acre große Farm in Nebraska für 280.000 Dollar gekauft, um seinen Sohn, Howard Buffett zu unterstützen. Denn im Gegensatz zu seinem Vater schlägt Howards Herz nicht für die Wall Street, sondern fühlte sich von klein auf zu den Feldern und der praktischen Landwirtschaft hingezogen. Heute ist die Fläche dieser Farm auf 2.000 Arce angewachsen.
So können Anleger investieren
Für Privatanleger ist der direkte Kauf einer Farm allerdings kaum praktikabel. Neben hohen Einstiegskosten sind Kenntnisse über Standort, Bodenqualität, Bewirtschaftung und lokale Agrarmärkte erforderlich.
Eine Möglichkeit bieten deshalb spezialisierte Investmentgesellschaften und Plattformen, über die sich Anleger indirekt an landwirtschaftlichen Flächen beteiligen können. Damit lässt sich das Thema Farmland grundsätzlich auch mit kleineren Summen abbilden. Mehr Spannung versprechen jedoch natürlich die Aktien von Unternehmen, die dem Sektor zugeordnet werden, wie etwa Deere & Co. Der Landwirtschaftsgerätehersteller hatte jüngst erst Quartalszahlen vorgelegt.
Eine Beimischung von Sachwerten kann beim langfristigen Vermögensaufbau nicht schaden. Neben Ackerland ist Gold für Anleger allerdings sicherlich deutlich praktikabler. Wer wissen möchte, welche Goldminenaktie im aktuellen Bullrun das größte Potenzial bietet, sollte einen Blick in die aktuelle Ausgabe des Börsenbriefs Goldfolio werfen. Jetzt hier freischalten.
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