05.12.2018 Stefan Sommer

Crash oder Chance? Börsenexperte Thomas Gebert gibt die Antwort

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DAX
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Der DAX befindet sich im Sinkflug. Nach dem Erholungsversuch auf rund 11.500 Punkte musste der deutsche Leitindex nun über 250 Punkte abgeben. Was hat den Absturz verursacht und wie kann man sich vor solchen Crashs schützen? Börsenexperte Thomas Gebert gibt im Interview mit seinen genauen Analysen Aufschluss.

Der Aktionär: Herr Gebert, was ist mit dem DAX los?

Thomas Gebert: Wir sind in eine zyklisch etwas schwächere Phase hineingeraten. Die Woche Nummer 8 im 16-Wochen-Zyklus, die Montag um 17:30 Uhr begonnen hat, verläuft häufig sehr schwach.

Erklären Sie uns das bitte.

Thomas Gebert: Im Verlauf des DAX lässt sich eine 16-Wochen-Struktur erkennen. Wenn man entsprechend handelt, kann man sie für sich nutzen.

Wie sieht das konkret aus?

Thomas Gebert: Man muss nur in den Wochen, die gewöhnlich freundlich sind, auf steigende Kurse setzen und in den eher schwächeren auf fallende.

Und das klappt?

Thomas Gebert: In den letzten 20 Jahren hätte das hervorragend geklappt und auch in diesem Jahr hat der 16-Wochen-Anleger den DAX um Längen geschlagen. Die 16-Wochen-Strategie ist seit Jahresanfang zwölf Prozent im Plus während der DAX 13 Prozent im Minus notiert. Sie ist also soweit in diesem Jahr 25 Prozentpunkte vorn. Das Schöne an der 16-Wochen-Strategie ist, dass sie extrem risikoarm ist. Von jeweils 16 Wochen eines Taktes setzt der Anleger drei Wochen auf steigende Kurse und drei Wochen auf fallenden Notierungen. Er ist so überhaupt nur in sechs Sechzehntel gleich 37,5 Prozent der Zeit investiert und von dieser Zeit ist er die Hälfte long, und die andere Hälfte short. Im Mittel ist er also richtungsneutral positioniert. Sollte diese Strategie irgendwann einmal nicht mehr funktionieren, ist der statistische Erwartungswert bei einer rein zufälligen Verteilung der Kursbewegungen des DAX plus minus null. Die Strategie hätte in den letzten 20 Jahren geklappt, sie hat in diesem Jahr geklappt, aber wenn sie morgen nicht mehr klappt, passiert nichts Schlimmes. Bei drei Wochen long, drei Wochen short sollte das Anlageergebnis plus minus null sein, wenn sie nicht mehr funktioniert.

Wo kann der Anleger mehr darüber erfahren?

Thomas Gebert: Im GebertBrief.