18.05.2020 Marion Schlegel

Coronakrisen-Überflieger Zooplus: Analyst rät zum Verkauf, Aktie taucht ab – was nun?

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Zooplus

Einer der absoluten Top-Gewinner im SDAX muss zum Wochenstart einen kräftigen Dämpfer hinnehmen. Im 1-Monatsvergleich ist die Aktie mit plus 32,6 Prozent hinter der Shop Apotheke Europe und der DWS Group der drittstärkste Wert im SDAX. Im 3-Monatsvergleich rangiert Zooplus sogar mit einem Plus von 53,7 Prozent auf Platz 2. Am heutigen Montag muss man in der Liste der SDAX-Werte jedoch lange suchen, bis man die Aktie von Zooplus findet. Mit einem Minus von 4,4 Prozent auf 130,80 Euro ist das Papier der mit Abstand schwächst Wert des Tages im SDAX. Eine Verkaufsempfehlung des Bankhauses Metzler belastet die Zooplus-Aktien.

Analyst Tom Diedrich hob zwar das Kursziel von 98 auf 118 Euro an, sieht damit aber immer noch Kursrisiken und stufte die Papiere von "Halten" auf "Verkaufen" ab. Der Ausblick des Onlinehändlers für Haustierbedarf sei nicht gerade beeindruckend, schreibt der Analyst in seiner neuesten Studie. Er habe mit einem stärkeren Wechsel von Käufern hin zum Online-Handel gerechnet. Zudem könnten Kunden im Zuge der Corona-Krise auch ein Stück weit ihre Vorräte aufgestockt haben, was dann zusammen mit knapperen Kassen im Zuge einer Corona-Rezession auf dem Wachstum im zweiten Halbjahr lasten könnte.

Zooplus (WKN: 511170)

Vielen Anlegern galt Zooplus zuletzt als ein potenzieller Gewinner der Corona-Krise. Haustierbesitzer würden nun noch mehr im Internet einkaufen statt in Läden, so ihre These. Vergangene Woche waren die Zoopus-Aktien dann auch bis auf 145 Euro gestiegen, nachdem sie im März im ersten Corona-Schock noch bis auf fast 65 Euro gefallen waren.

Deutlich optimistischer ist die US-Bank JPMorgan. Sie bewertet die Aktie von Zooplus derzeit mit "Overweight" und einem Kursziel von 185 Euro. Das erste Quartal des Online-Tierbedarfsherstellers habe bedeutende Skaleneffekte ergeben, so Analyst Borja Olcese am vergangenen Donnerstag. Hervorzuheben sei auch der gestiegene frei Mittelfluss.

DER AKTIONÄR hatte zuletzt bereits darauf hingewiesen, dass die Luft nach oben langsam dünner wird. Zudem hat DER AKTIONÄR dazu geraten, den Stoppkurs sukzessive nachzuziehen. Dabeibleiben, aber nachgezogenen Stopp beachten!

(Mit Material von dpa-AFX)