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14.11.2019 Nikolas Kessler

Commerzbank: Was wird aus der mBank-Beteiligung?

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Commerzbank

Um den Konzernumbau zu finanzieren, will die Commerzbank ihre Beteiligung an der polnischen mBank verkaufen. Laut Medienberichten interessiert sich auch der Versicherungskonzern PZU für das Institut. Er ist aber nicht der einzige Interessent.

PZU werde eine Übernahme der mBank prüfen, sagte CEO Pawel Surowka nach Informationen der staatlichen Nachrichtenagentur PAP bei einer Konferenz in Warschau. Im Fokus stünden dabei mögliche Synergien mit anderen polnischen Banken, an denen der Versicherungskonzern bereits beteiligt ist – allen voran Pekao und Alior Bank. Für eine Einschätzung, ob tatsächlich ein Gebot abgegeben wird, sei es aber noch „viel zu früh“.

Dennoch wird laut PAP bereits eifrig spekuliert – etwa, dass PZU ihren Pekao-Anteil an die PKO BP verkauft und damit eine Fusion der beiden Großbanken ermöglicht. Mit dem Verkaufserlös könnte dann der Versicherer dann den mBank-Anteil der Commerzbank erwerben und diese mit Alior verschmelzen.

Die Interessenten stehen Schlange

PZU ist allerdings bei weitem nicht der einzige Interessent. „Die Anzahl an potenziellen Interessenten ist sehr groß“, zitiert das Handelsblatt mBank-Chef Cezary Stypulkowski. Neben diversen polnischen Banken sollen auch ausländische Institute ein Auge auf die fünftgrößte Bank Polens geworfen haben (DER AKTIONÄR berichtete).

Deren CEO würde einen Käufer bevorzugen, der bislang noch nicht in Polen aktiv ist. „Für die Mitarbeiter und das Management wäre jemand, der bisher in Polen nicht präsent ist, die beste Lösung“, sagte er dem Handelsblatt.

Umstrittener Verkauf

Die Commerzbank will ihren 69-prozentigen Anteil an der mBank verkaufen, um mit dem Erlös den laufenden Konzernumbau und geplante Investitionen zu finanzieren. Laut Insidern soll der Verkaufsprozess in den kommenden Monaten offiziell starten. Die Maßnahme ist allerdings nicht unumstritten: Zum einen gilt die mBank im Gegensatz zur deutschen Mutter als innovativ und wachstumsstark.

Zum anderen ist derzeit fraglich, was mit dem milliardenschweren Kreditportfolio in Schweizer Franken passiert. Womöglich muss die Commerzbank dieses Risiko bei einem Verkauf in die eigene Bilanz aufnehmen.

Commerzbank (WKN: CBK100)

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