Kommt jetzt der Crash? Im Zweifel: Kaufen
23.08.2019 Marion Schlegel

Commerzbank vor weiterem massivem Stellenabbau?

-%
Commerzbank

Die Commerzbank kommt nicht zur Ruhe. Nur einen Tag nach Medienspekulationen über die Schließung von mehreren hundert Filialen berichtete die Börsen-Zeitung am Donnerstagabend auf ihrer Internetseite über einen erneuten massiven Stellenabbau. Zwar würden die finalen Entscheidungen erst auf dem Strategiedialog fallen, zu dem sich Vorstand und Aufsichtsrat am 25. und 26. September träfen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Kreise.

Dort sei aber bereits zu hören, dass mit dem Abbau von weiteren 1.800 bis 2.500 Stellen zu rechnen sei. In der laufenden Diskussion zeichne sich jedoch ab, dass die von Investoren geforderten Einsparungen vor allem die Zentrale betreffen werden. Die seit der Finanzkrise teilverstaatlichte Bank hatte bereits in den vergangenen Jahren tausende von Stellen abgebaut. Ende Juni beschäftigte die Bank 48.644 Mitarbeiter - knapp 35.000 davon im Inland.

Am Tag zuvor sagt der Geschäftsführer des Vermögensverwalter Assenagon Asset Management Michael Hünseler Im Interview mit dem Handelsblatt: „Die Anzahl der Filialen wird abnehmen müssen. Aber die Commerzbank sollte dabei nicht mit der Brechstange vorgehen. Sie hat in den vergangenen Jahren auch dank ihres Filialnetzes Marktanteile gewonnen.“ Laut Gerüchten soll die Schließung von knapp 100 der insgesamt 1.000 Niederlassungen geprüft werden. Nach einem Bericht des Manager Magazins könnten am Ende aber auch nur 600 bis 650 Standorte übrigbleiben.

Commerzbank (WKN: CBK100)

Ein Unternehmenssprecher wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren. Der Aktienkurs der Commerzbank legte nachbörslich leicht auf 5,05 Euro zu. Das Papier steht jedoch seit der gescheiterten Fusion mit der Deutschen Bank unter Druck - Mitte August war die Aktie mit 4,658 Euro auf den tiefsten Stand ihrer Geschichte gefallen und konnte sich seitdem kaum erholen.

Die sich eintrübende Konjunktur und eine weitere Lockerung der Geldpolitik der EZB lasten schwer auf der Commerzbank. Die Aktie notiert nur knapp über Allzeittief und kann bislang noch kein positives charttechnisches Signal liefern. Aufgrund der hohen Risiken sollten Anleger die Aktie meiden.

(Mit Material von dpa-AFX)

Buchtipp: Die Geschichten des Geldes

Spekulationsblase am Neuen Markt, Bankenkrise 2008 und griechische Schuldenkrise – lauter Themen, die die Finanzmärkte bewegten und bewegen. Doch wer einen Schritt zurücktritt und das große Bild sieht, bemerkt: So neu ist das alles gar nicht! Die Geschichte gibt wertvolle Hinweise zum Verständnis der Gegenwart. Dass sich Geschichte wiederholt, zeigen die beiden Autoren anhand vieler Geschichten des Geldes. Infl ation, Deflation, Abwertung, irrationalen Überschwang, Bankenpleiten und -rettungen gab es immer schon: im Spanien des 16. Jahrhunderts, im Großbritannien des 17. Jahrhunderts, im Frankreich des 18. Jahrhunderts und in den USA des 19. Jahrhunderts. Lehr- und anekdotenreich vermitteln die Autoren gewissermaßen nebenbei ein tiefes Verständnis für die Ursprünge des Finanzsystems – und damit auch für seine aktuellen Kapriolen. So zeigt sich: Der Weg von der Kaurischnecke zur Kreditklemme ist nicht weit.
Die Geschichten des Geldes

Autoren: Vaupel, Michael Kaul, Vivek
Seitenanzahl: 240
Erscheinungstermin: 15.04.2016
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-327-0