Im Übernahmepoker mit UniCredit schlägt Bettina Orlopp plötzlich neue Töne an. Die Commerzbank-Chefin bestätigte Gespräche mit dem Management der Italiener. Zugleich warnt sie aber auch vor einer Eskalation. Beide Seiten müssten tunlichst vermeiden, es jetzt zu vermasseln.
- Bettina Orlopp bestätigt Gespräche mit der UniCredit.
- Aber: Feindliches Vorgehen gegen die Commerzbank werde nicht funktionieren.
- Beide Banken sollen nun eine wertmaximierende Strategie ausloten.
Die Commerzbank und UniCredit müssen nach Ansicht von Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp alles daransetzen, die laufenden Gespräche konstruktiv zu führen. „Wir sollten das jetzt tunlichst nicht vermasseln, um es mal so ein bisschen salopp zu sagen“, sagte Orlopp beim Handelsblatt „Banken-Gipfel“ in Frankfurt.
Ein feindliches Vorgehen werde nicht funktionieren, betonte die Vorstandsvorsitzende. Eine Eskalation würde nicht nur der Commerzbank, ihren Aktionären und weiteren Stakeholdern schaden. „Ich glaube, es ist dann tatsächlich auch ein Schaden für den europäischen Bankenmarkt“, sagte Orlopp.
Die UniCredit hat sich knapp die Hälfte der Anteile an der Commerzbank gesichert. Konzernchef Andrea Orcel kritisierte die Strategie des Frankfurter Instituts wiederholt als unzureichend und legte eigene Vorschläge für eine Restrukturierung vor.
Orlopp setzt dagegen auf eine gemeinsame Lösung. „Es ist jetzt unsere Aufgabe, gemeinschaftlich und konstruktiv miteinander eine möglichst wertmaximierende Strategie für beide Institutionen zu finden, die einfach auch im Sinne aller Stakeholder ist“, sagte sie.
Dabei müsse insbesondere die Unsicherheit für die Kunden so gering wie möglich gehalten werden. „Denn Unsicherheit freut unsere Wettbewerber“, erklärte die Commerzbank-Chefin.
Ob sie selbst als Vorstandsvorsitzende an Bord bleiben wird, ließ Orlopp offen. „Ich habe einen Vertrag bis 2029“, sagte sie. Ein solcher Vertrag ergebe jedoch nur Sinn, wenn zwei Voraussetzungen erfüllt seien: „erstens eine Vertrauensbasis zwischen dem Aufsichtsrat und dem Vorstand“ und „zweitens, wenn man sich über die Strategie einig ist“.
Sollte eine dieser Grundlagen fehlen, müsse man daraus Konsequenzen ziehen. „Dann muss man, glaube ich, daraus die Konsequenzen ziehen“, sagte Orlopp.
Jetzt ist es amtlich: Die Führungen beider Banken haben gemeinsame Gespräch aufgenommen. Jetzt geht es darum, dass das Management für Kunden, Mitarbeiter und Anleger der Bank so viel wie möglich herausholt. Investierte Anleger halten weiter an ihren Stücken fest und setzen darauf, dass das Management noch ein bisschen was heraushandeln kann.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.
Heute, 15:21
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