DER AKTIONÄR Magazin >> jetzt testen
Foto: Deutsche Bank
04.10.2019 Nikolas Kessler

Commerzbank, Deutsche Bank und Co schwach – die Hintergründe

-%
Deutsche Bank

Die Aktie der Deutschen Bank zählt am Freitag zu den größten Verlierern im DAX, während im MDAX Commerzbank und Aareal Bank die rote Laterne tragen. Grund für die Schwäche der Bank-Aktien sind Konjunktursorgen und weiter hochkochende Zinssenkungsfantasien.

Zu den zuletzt ohnehin schwachen Wirtschaftsdaten kam zum Wochenschluss ein Auftragseinbruch im deutschen Maschinenbau hinzu. In Zeiten wirtschaftlicher Abkühlung steigen tendenziell die Ausfallrisiken für Kredite, die Banken vergeben.

Zudem hoffen viele Investoren angesichts zuletzt schwacher Konjunkturdaten darauf, dass die Notenbanken der Wirtschaft weiter unter die Arme greifen. So wurden in den USA nach tristen Signalen aus der Industrie und dem Dienstleistungssektor die Rufe nach weiteren Senkungen des Leitzinses durch die Fed lauter. Vor diesem Hintergrund gewinnt auch der am frühen Nachmittag erwartete Arbeitsmarktbericht der US-Regierung an Brisanz.

Auch mit Blick auf die Eurozone setzen Anleger auf weitere Maßnahmen der Europäischen Zentralbank. Für die Banken stellt das anhaltende Niedrigzinsumfeld  allerdings schon seit Jahren einen Belastungsfaktor dar, da es auf die Margen im Kreditgeschäft drückt. Als Reaktion auf die enttäuschende Geschäftsentwicklung haben Deutsche Bank und Commerzbank zuletzt weitreichende Umbaumaßnahmen beschlossen. Ob und wann sich diese wieder in steigenden Profiten spiegeln, ist allerdings ungewiss.

Deutsche Bank (WKN: 514000)

Aus Angst vor einer konjunkturellen Eintrübung wechseln immer mehr Anleger an die Seitenlinie. Vor allem die Banken stehen dabei ganz oben auf der Verkaufsliste. Für die Papiere von Deutsche Bank, Aareal Bank und Commerzbank geht es um rund drei Prozent abwärts. Letztere rutscht dabei sogar wieder deutlich unter die 5-Euro-Marke. DER AKTIONÄR rät daher weiterhin vom Einstieg ab.

Mit Material von dpa-AFX.

Behandelte Werte

Name Wert Veränderung
Heute in %
Deutsche Bank - €
Commerzbank - €
Aareal Bank - €

Buchtipp: Modern Money Theory

Manche Ökonomen halten die Modern Money Theory (MMT) nicht nur für die Weiterentwicklung der Thesen von John Maynard Keynes, sondern auch für das richtige oder sogar einzige Rezept für erfolgreiche Finanzpolitik des 21. Jahrhunderts. Andere, wie etwa Paul Krugman, kritisieren sie scharf und warnen vor Hyperinflation. Kann man die Thesen der MMT mit „Mehr Staat, weniger Markt“ angemessen beschreiben? Haben die Ökonomen recht, die wollen, dass sich Geldpolitik an Beschäftigungszielen orientiert? Der passende theoretische Rahmen für Geldpolitik in unserer Zeit oder nur alter Wein in neuen Schläuchen – Kater garantiert? Wer mitreden will, der muss verstehen. Wer verstehen will, dem empfehlen wir diese Einführung ins Thema.
Modern Money Theory

Autoren: Wray, L. Randall
Seitenanzahl: 400
Erscheinungstermin: 06.10.2022
Format: Softcover
ISBN: 978-3-86470-852-7