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Commerzbank: Bund schmettert UniCredit‑Offerte ab

Commerzbank: Bund schmettert UniCredit‑Offerte ab
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Michael Herrmann Heute, 16:25 Michael Herrmann

Der deutsche Staat hat der laufenden Übernahmeofferte der italienischen Unicredit für die Commerzbank eine klare Absage erteilt. Die Botschaft aus Berlin ist eindeutig: Eine Annahme des Angebots komme wirtschaftlich nicht infrage, weil die Offerte keine angemessene Prämie auf den aktuellen Kurs der Commerzbank-Aktie enthalte.

Das Wichtigste kurz und knapp

• Der Bund lehnt die Unicredit-Offerte für die Commerzbank ab und hält sie wirtschaftlich für unattraktiv.

• Unicredit käme inklusive angedienter Aktien rechnerisch auf mehr als 39 Prozent der Commerzbank-Anteile.

• Der Übernahmekampf eskaliert: Commerzbank schaltet die BaFin ein, Unicredit droht mit personellen Konsequenzen.

Der Bund hat das UniCredit-Angebot für die Commerzbank-Aktionäre abgelehnt und sich erneut hinter die Eigenständigkeit der zweitgrößten deutschen Privatbank gestellt. Als zweitgrößter Aktionär der Commerzbank mit rund zwölf Prozent der Anteile lehnt der Staat das Vorgehen der UniCredit klar ab.

Die Commerzbank spiele eine wichtige Rolle bei der Finanzierung der deutschen Wirtschaft und des Mittelstands. Außerdem sei sie als großer Arbeitgeber zentral für den Finanzplatz Frankfurt. Beides müsse auch künftig gesichert bleiben.

Die UniCredit hatte Anfang Mai eine freiwillige Offerte vorgelegt und bietet für die Commerzbank eigene Aktien im Tausch an. Nach den jüngsten Angaben vom Dienstag wurden der italienischen Großbank 12,4 Prozent aller Commerzbank-Aktien angedient.

Da die UniCredit nach eigenen Angaben bereits ein Paket von 26,8 Prozent hält, würde der Anteil rechnerisch auf mehr als 39 Prozent steigen. Über Kaufoptionen hat sich die Bank zudem weitere mehr als drei Prozent gesichert und hält zusätzliche Finanzinstrumente. Die Annahmefrist läuft noch bis Dienstag, soll aber bis 3. Juli verlängert werden.

Zuletzt eskalierte der Streit weiter. Die UniCredit drohte der Commerzbank sogar mit einem Austausch von Aufsichtsrat und Vorstand, sollte sie auf der Hauptversammlung genügend Rückhalt unter den Aktionären erhalten (DER AKTIONÄR berichtete). Der Übernahmekampf ist damit endgültig in der nächsten Eskalationsstufe angekommen.

Die Commerzbank selbst wehrt sich gegen die Darstellung der Italiener und hat die Finanzaufsicht BaFin eingeschaltet. Aus Sicht des Frankfurter Instituts stammen die angedienten Aktien überwiegend von Banken, mit denen Unicredit über Finanzinstrumente Geschäfte macht, und nicht von unabhängigen Investoren.

Für „echte“ Aktionäre sei das Angebot bislang ohnehin ein Verlustgeschäft gewesen, weil es unter dem Börsenkurs lag. Unicredit weist diese Kritik zurück.

Am Dienstag kippte die Lage erstmals: Durch einen starken Anstieg der UniCredit-Aktie lag die Offerte rechnerisch leicht über dem Kurs der Commerzbank. Während Commerzbank-Papiere bei 36,60 Euro notierten, erreichte Unicredit mit 77,80 Euro den höchsten Stand seit Februar. Der Tauschkurs von 0,485 Unicredit-Aktien je Commerzbank-Aktie entspricht damit einem Wert von gut 37,73 Euro. Erstmals seit Start der Offerte würde sich eine Annahme für Commerzbank-Aktionäre damit tatsächlich leicht rechnen.

Commerzbank (WKN: CBK100)

Dass der Bund die Offerte ablehnt, war zu erwarten. Berlin hatte sich bereits mehrfacht ablehnend geäußert, sodass ein Verkauf weiterer Aktien nahezu ausgeschlossen war – zumindest bei dem aktuell angebotenen Preis. Es bleibt daher dabei: Investierte Anleger verharren an Bord und setzen im Zuge des Übernahmekampfes auf höhere Kurse.

FAQs zur Commerzbank

Was macht die Commerzbank?

Die Commerzbank ist eine der führenden Banken in Deutschland. Sie betreut Privatkunden, Firmenkunden und institutionelle Investoren. Nach der Deutschen Bank ist die Commerzbank die zweitgrößte börsengelistete Bank Deutschlands.

Ist die Commerzbank-Aktie im DAX gelistet?

Ja, die Commerzbank-Aktie ist im DAX gelistet und zählt damit zu den wichtigsten börsennotierten Unternehmen in Deutschland.

Zahlt die Commerzbank eine Dividende?

Ja, die Commerzbank zahlt grundsätzlich eine Dividende. Die Höhe hängt von der Geschäftsentwicklung, der Kapitalausstattung und den Beschlüssen von Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung ab. In den vergangenen Jahren wurde sie mehrfach kräftig erhöht. Für das Geschäftsjahr 2025 wurden 1,10 Euro je Aktie gezahlt.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.

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