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04.12.2017 Fabian Strebin

Commerzbank: Ärger in London

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Commerzbank

Die Commerzbank fiel in der Vergangenheit selten durch Skandale und rechtliche Fehltritte auf, ganz im Gegensatz zu so manchem Wettbewerber. Doch in Großbritannien hat das Geldhaus jetzt einen Rüffel der Finanzaufsicht FCA bekommen.

Am Standort London führt die Commerzbank bei Neu- und Bestandskunden eine Legitimitätsprüfung durch. Aufgrund der gestiegenen Anforderungen an Banken in den vergangenen Jahren muss regelmäßig geprüft werden, ob die Geschäftspartner alle rechtlichen Voraussetzungen erfüllen, damit das Finanzinstitut mit ihnen Transaktionen machen darf. Das sei in der Vergangenheit nicht immer der Fall gewesen, so das Handelsblatt. Zumindest sieht das die FCA so und erteilte der Commerzbank einen Rüffel. Die Maßnahmen zur Prävention von Finanzkriminalität seien mangelhaft. Der Konzern reagiert umgehend und stellt Geschäfte mit bestimmten Kunden vorübergehend ein.

Keine Panik

Sorgen, dass es zu einer Strafzahlung kommt, müssen sich Aktionäre der Commerzbank derzeit nicht machen. Im laufenden Jahr gab es bei der Konkurrenz ähnliche Beanstandungen.

Die Aktie der Commerzbank ist 2017 nach der Lufthansa im DAX der Wert mit der zweitbesten Performance. Um mehr als 67 Prozent legte der Kurs seit Jahresanfang zu. Mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,5 hat der Titel noch reichlich Potenzial. Die Peergroup kommt im Mittel auf 1,4. Leicht steigende Zinsen in der Eurozone und die bestehende Übernahmefantasie sollten auch im kommenden Jahr für anziehende Kurse sorgen.

DER AKTIONÄR bewertet die Aktie nach wie vor positiv und rät zum Kauf. Das Kursziel liegt bei 16,00 Euro. Ein Stopp kann bei 9,00 Euro platziert werden.

Buchtipp: Die Geschichten des Geldes

Spekulationsblase am Neuen Markt, Bankenkrise 2008 und griechische Schuldenkrise – lauter Themen, die die Finanzmärkte bewegten und bewegen. Doch wer einen Schritt zurücktritt und das große Bild sieht, bemerkt: So neu ist das alles gar nicht! Die Geschichte gibt wertvolle Hinweise zum Verständnis der Gegenwart. Dass sich Geschichte wiederholt, zeigen die beiden Autoren anhand vieler Geschichten des Geldes. Infl ation, Deflation, Abwertung, irrationalen Überschwang, Bankenpleiten und -rettungen gab es immer schon: im Spanien des 16. Jahrhunderts, im Großbritannien des 17. Jahrhunderts, im Frankreich des 18. Jahrhunderts und in den USA des 19. Jahrhunderts. Lehr- und anekdotenreich vermitteln die Autoren gewissermaßen nebenbei ein tiefes Verständnis für die Ursprünge des Finanzsystems – und damit auch für seine aktuellen Kapriolen. So zeigt sich: Der Weg von der Kaurischnecke zur Kreditklemme ist nicht weit.

Autoren: Vaupel, Michael Kaul, Vivek
Seitenanzahl: 240
Erscheinungstermin: 15.04.2016
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-327-0