Im zweiten Quartal schloss die Commerzbank besser als erwartet ab und schafft damit von Januar bis Juni ein Rekordergebnis. Insgesamt legt der Vorstand ein überzeugendes Zahlenwerk vor. Allerdings sind die Tage der Eigenständigkeit des Geldhauses wohl gezählt, der Fokus liegt nun auf Gesprächen mit der UniCredit über eine Fusion.
Kurz und knapp
• Die Commerzbank übertrifft im zweiten Quartal mit 898 Millionen Euro Gewinn die Analystenerwartungen deutlich.
• Der Halbjahresüberschuss steigt um 40 Prozent auf den Rekordwert von 1,8 Milliarden Euro.
• Im Mittelpunkt stehen nun mögliche Fusionsgespräche mit der UniCredit, während die Aktie auf einem 15-Jahres-Hoch notiert.
Vor einem Jahr erzielte die Commerzbank im zweiten Quartal einen Gewinn von 462 Millionen Euro. Statt 856 Millionen Euro, wie von Analysten erwartet, lieferte das Team um CEO Bettina Orlopp mit 898 Millionen Euro übermäßig stark ab. Das führte zu einem Anstieg des Halbjahresüberschusses um 40 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro – ein neuer Rekord.
Getrieben wurde das Ergebnis von April bis Juni von den Provisionseinnahmen, die um acht Prozent auf 2,2 Milliarden Euro anzogen. Das Nettozinsergebnis blieb trotz sinkender Zinsen bei 4,1 Milliarden Euro stabil. Aufgrund der starken Geschäftsentwicklung plant die Commerzbank ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 1,2 Milliarden Euro.
Anleger warten aber nun gespannt darauf, ob es bei der Zahlenpräsentation Neuigkeiten zur absehbaren Übernahme durch die UniCredit gibt. Der Fokus von Orlopp dürfte nun darauf liegen, in Gesprächen mit UniCredit-Chef Andrea Orcel eigene Forderungen durchzusetzen. Bereits heute nach den Zahlen ist ein weiteres Treffen mit der Führungsriege der Italiener geplant. Das könnte der Auftakt für neue Verhandlungen sein.
Die Aktien der Commerzbank notieren mit knapp unter 40 Euro so hoch wie seit 15 Jahren nicht mehr. Ob die Quartalszahlen die Papiere weiter anschieben, muss sich zeigen. Denn im Mittelpunkt stehen nun die Gespräche mit der UniCredit, was die Fusion angeht. Investierte Anleger bleiben dabei.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.
Heute, 07:38
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