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Buffetts Jahrhundert‑Vision: Warum Berkshire alle überdauern soll

Buffetts Jahrhundert‑Vision: Warum Berkshire alle überdauern soll
Foto: Dennis Van Tine/STAR MAX/picture alliance/dpa
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Philipp Schleu Heute, 14:20 Philipp Schleu

Es ist das Ende einer Ära, die sechs Jahrzehnte Finanzgeschichte schrieb. Warren Buffett, das „Orakel von Omaha“, hat am Donnerstag offiziell den CEO-Posten bei Berkshire Hathaway geräumt (DER AKTIONÄR berichtete). Buffett verabschiedet sich mit einer gewagten Prognose: Kein anderes Unternehmen sei besser positioniert, um das nächste Jahrhundert zu überdauern.

Buffetts Zuversicht stützt sich auf harte Zahlen. Aus einer einstigen Textilfabrik hat er ein Konglomerat geschmiedet, das heute mit über einer Billion Dollar bewertet wird. Das Fundament für die Unsterblichkeit ist die Bilanz: Über 300 Milliarden Dollar Cash liegen bereit.

Es ist ein finanzieller Bunker, konstruiert, um jede denkbare Krise nicht nur zu überstehen, sondern in ihr zu prosperieren. „Ich denke, Berkshire hat eine bessere Chance, in 100 Jahren noch da zu sein, als jede andere Firma, die mir einfällt“, so Buffett im CNBC-Interview.

Berkshire Hathaway A (WKN: 854075)

Skeptische Wall Street

Während Buffett die Zukunftsfähigkeit beschwört, reagieren die Märkte verhalten. Seit Buffett im Mai seinen Rückzug ankündigte, hinkt die Berkshire-Aktie dem breiten Markt hinterher.

Der Grund: Investoren zweifeln, ob sein Nachfolger Greg Abel das komplexe Geflecht aus operativen Töchtern und gigantischem Aktienportfolio mit derselben virtuosen Leichtigkeit steuern kann wie die Legende selbst. Zudem steht die Frage im Raum, ob die Aktie ohne den „Buffett-Aufschlag“ ihre Premium-Bewertung halten kann.

Buffett hat hingegen nur Gutes über seinen Nachfolger zu sagen: „Ich kann mir nicht vorstellen, wie viel mehr er in einer Woche erreichen kann als ich in einem Monat ... Ich würde lieber Greg mein Geld verwalten lassen als irgendeinen der besten Anlageberater oder CEOs in den Vereinigten Staaten.“

Greg Abel
Quelle: Scott Morgan/Reuters
Greg Abel

Der Stab ist übergeben, die Kasse ist voll. Warren Buffett hat sein Lebenswerk wetterfest gemacht. Doch Vorschusslorbeeren zahlen keine Rendite. Greg Abel muss nun beweisen, dass Berkshire Hathaway auch ohne die Aura seines Gründers funktioniert – und dass die Wette auf die nächsten 100 Jahre mehr ist als nur der fromme Wunsch einer Legende.

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