Die Aktie von Berkshire Hathaway ist schwach in die neue Woche gestartet. Nach Vorlage enttäuschender Quartalszahlen und dem ersten Aktionärsbrief von Neu-CEO Greg Abel ging es zeitweise um fast fünf Prozent nach unten. Viele Investoren hatten nach dem Abgang von Warren Buffett auf ein stärkeres Signal gehofft.
Bereits am Morgen standen die reinen Zahlen im Fokus (siehe hier). Nun rückt die Reaktion des Marktes auf die letzten Buffett-Zahlen von Berkshire Hathaway in den Vordergrund – und die fällt kritisch aus.
Im vierten Quartal brach der operative Gewinn um mehr als 29 Prozent auf 10,2 Milliarden Dollar ein. Besonders das Versicherungsgeschäft enttäuschte: Der Gewinn im Underwriting sackte um 54 Prozent auf 1,56 Milliarden Dollar ab.
Für Greg Abel, der zu Jahresbeginn offiziell die Nachfolge von Investmentlegende Warren Buffett angetreten hat, ist es damit der erste größere Rückschlag. Zwar lobten viele Investoren den Ton seines ersten Aktionärsbriefs, der die traditionelle Berkshire-DNA aus finanzieller Stärke und disziplinierter Kapitalallokation betonte. Doch konkrete neue Akzente blieben aus.
Ein zentraler Kritikpunkt: Trotz eines gewaltigen Cash-Bestands von mehr als 370 Milliarden Dollar hält Abel an Buffetts Linie fest und schließt eine Dividende weiterhin aus. Solange ein einbehaltener Dollar mehr als einen Dollar an Marktwert schaffe, sei eine Ausschüttung nicht sinnvoll, heißt es sinngemäß.
Für einige Analysten kommt das überraschend. Meyer Shields von KBW zeigte sich verwundert über die „anhaltende Weigerung“, Dividenden zu zahlen – gerade angesichts der enormen Liquidität und der weiterhin starken Cash-Generierung. Mit dem CEO-Wechsel habe durchaus die Chance auf eine neue Kapitalpolitik bestanden.
Stattdessen setzt Abel weiter auf Reinvestitionen und Aktienrückkäufe – allerdings nur, wenn die Aktie unter ihrem inneren Wert notiert. Es ist exakt der Ansatz, den Buffett über Jahrzehnte geprägt hat.
Nicht alle Beobachter sehen die Entwicklung negativ. Brian Meredith von der UBS verweist etwa darauf, dass Berkshire traditionell als defensiver Wert gilt. In Phasen erhöhter geopolitischer Spannungen habe die Aktie historisch oft besser abgeschnitten als der Gesamtmarkt – dank breiter Diversifikation, hoher Liquidität und starkem US-Fokus.
Mit Blick auf 2026 und 2027 erwartet UBS unter anderem operative Verbesserungen bei der Eisenbahntochter BNSF sowie höhere Vertragsverlängerungsquoten bei Geico – bei gleichzeitig stabiler Profitabilität.
Der erste Auftritt des Buffett-Nachfolgers an der Spitze verlief holprig. Operative Schwächen im Versicherungsgeschäft und fehlende Impulse bei der Kapitalverwendung sorgen für Enttäuschung. Ein Neueinstieg drängt sich bei der im vergangenen Jahr ausgestoppten Aktie weiter nicht auf.
Heute, 19:22