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BMW, Mercedes‑Benz und VW unter Druck ‑ Trump droht erneut

BMW, Mercedes‑Benz und VW unter Druck ‑ Trump droht erneut
Foto: BMW Group/Cover Images/picture alliance/dpa
Bayerische Motoren Werke AG -%
Jochen Kauper Heute, 09:21 Jochen Kauper

US-Präsident Donald Trump droht erneut mit deutlich höheren Abgaben auf Autos und Trucks aus der Europäischen Union. Für die deutschen Hersteller wie BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen wäre das ein neuer Schlag.

Mercedes C-Klasse fährt über Landstraße in bergiger Landschaft
Quelle: Mercedes-Benz AG
Mercedes C-Klasse

Die Europäische Union halte sich nicht an ein vollständig vereinbartes Handelsabkommen. Deshalb werde er in der kommenden Woche die Zölle auf Autos und Trucks aus der EU erhöhen, so US-Präsident Donald Trump auf seiner Social-Media-Plattform.

"Durch die neuen angedrohten Trump Zölle auf Neuwagen von 25 Prozent aus der EU entstehen für die Autoproduktionen in Deutschland zusätzliche Belastungen von rund 2,5 Milliarden Euro pro Jahr."

Ferdinand Dudenhöffer, Auto-Experte

„Der Zoll wird auf 25 Prozent erhöht. Wenn sie Autos und Trucks in US-Werken produzieren, gibt es keine Zölle“, schränkte Trump jedoch ein. „Durch die neuen angedrohten Trump Zölle auf Neuwagen von 25 Prozent aus der EU entstehen für die Autoproduktionen in Deutschland zusätzliche Belastungen von rund 2,5 Milliarden Euro pro Jahr. Zusätzlich ergeben sich Belastungen für US-Exporte deutschen Autobauer aus Produktionen anderer EU-Länder. Da die Exporte der ausländischen Autobauer in die USA unwesentlich sind lassen sich die neuen Trump-Zoll-Drohungen auch als der Beginn eines Wirtschaftskriegs gegen Deutschland interpretieren“, sagt Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer.

Der neue Volkswagen Golf 8 R in blau fährt auf der Straße
Quelle: Volkswagen AG

BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen betreiben zwar Werke in den USA. Gleichzeitig importieren die deutschen Autobauer aber auch weiterhin Modelle aus Europa in die Vereinigten Staaten.

BMW (WKN: 519000)

„Im Jahr 2025 haben die deutschen Autobauer 409.000 Neuwagen aus ihrer Fahrzeugproduktion in Deutschland in die USA exportiert. Der Exportwert der 409.000 Neuwagen aus deutscher Autoproduktion in die USA beträgt bei einem geschätzten durchschnittlichen Verkaufspreis aller deutschen Autobauer (Audi, BMW, Mercedes, Porsche) von 60.000 Euro dann 24,5 Milliarden Euro (siehe Tabelle). Bei dem bisherigen Trump-Zollsatz von 15 Prozent entstehen Zoll-Sonderbelastungen von maximal 3,61 Milliarden Euro für die deutschen Autobauer. Wird jetzt der Zoll von Trump wie in einem Post behauptet ab Montag auf 25 Prozent erhöht ergeben sich Sonderbelastungen durch Zölle von 6,14 Milliarden Euro pro Jahr“, so Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut.

" Bei dem bisherigen Trump-Zollsatz von 15 Prozent entstehen Zoll-Sonderbelastungen von maximal 3,61 Milliarden Euro für die deutschen Autobauer. Wird jetzt der Zoll von Trump wie in einem Post behauptet ab Montag auf 25 Prozent erhöht ergeben sich Sonderbelastungen durch Zölle von 6,14 Milliarden Euro pro Jahr."

Ferdinand Dudenhöffer, CAR-Institut

Die Belastungen aus den Zöllen werden nicht vollständig von den Autobauern bezahlt. Man wird versuchen, einen Teil der Zölle durch Preiserhöhungen auf die Käufer in USA umzulegen. Inwieweit das funktioniert, hängt vom Wettbewerb ab, wie auch von der Zahlungsbereitschaft der US-Käufer für Autos Made in Germany.

Volkswagen Vz. (WKN: 766403)

"Mit seinen Zöllen erhöht Trump die Wettbewerbsnachteile von Deutschland. Trump bestraft damit bildhalft gesprochen die deutschen Arbeitskräfte in der Autoindustrie und steigert künstlich die Kosten der in die USA-exportierten Fahrzeuge aus deutscher Autoproduktion“, sagt Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer.

Mercedes-Benz (WKN: 710000)

Ganz neu ist das Zoll-Thema nicht. Die Kurse der europäischen Auto-Hersteller leiden dennoch unter der erneuten Diskussion. BMW und Mercedes fertigten ihre SUVs zum Großteil in ihren Werken in den USA, haben deshalb einen gewissen Zollschutz. Audi und Porsche dagegen haben kein eigenes Werk in den USA. Damit dürften bei beiden die Pläne zum Bau von Autowerken in USA beschleunigt werden. Für Anleger besteht aktuell kein Handlungsbedarf.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Mercedes-Benz, Volkswagen Vz..


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