Säbelrasseln am Golf und enttäuschende Bank-Zahlen setzen der Wall Street zum Wochenauftakt zu. Nachdem die Friedensgespräche in Islamabad scheiterten, sorgt US-Präsident Donald Trump mit der angekündigten Seeblockade der Straße von Hormus für einen Schock am Ölmarkt. Anleger fürchten nun eine neue Inflationswelle durch dreistellige Ölpreise, was die jüngste Erholung jäh bremst und für Verkaufsdruck sorgt.
Die US-Aktienmärkte sind mit deutlichen Abschlägen in den Handel gestartet. Der Dow Jones verlor in der ersten Handelsstunde 0,73 Prozent auf 47.564 Punkte. Für den S&P 500 ging es um 0,30 Prozent auf 6.796 Zähler nach unten, während der Nasdaq ein Minus von 0,29 Prozent auf 22.837 Punkte verbuchte.
Öl-Eskalation: Teheran spricht von „Piraterie“
Der Abbruch der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Islamabad zerstört die Hoffnung auf ein schnelles Ende des Konflikts. "Mit sofortiger Wirkung wird die United States Navy den Prozess der Blockierung aller Schiffe beginnen, die versuchen, in die Straße von Hormus einzufahren oder sie zu verlassen", schrieb Trump auf Truth Social. Die Reaktion aus Teheran folgte prompt: Irans Streitkräfte bezeichneten die geplante Seeblockade als illegalen "Akt der Piraterie". Die Revolutionsgarden warnten zudem, dass jegliche Annäherung von Militärschiffen als Verstoß gegen die Waffenruhe gewertet werde.
Laut US-Zentralkommando ist der offizielle Beginn der Blockade für 16:00 Uhr deutscher Zeit angesetzt. Die direkte Folge der Zuspitzung: Die Ölpreise für Brent und WTI sprangen um rund sieben Prozent nach oben und notieren nun deutlich über der Marke von 100 Dollar. Diese Entwicklung schürt Ängste vor einer anhaltend hohen Inflation und einer restriktiven Geldpolitik, während das "Wall Street Journal" bereits über mögliche neue US-Militärschläge spekuliert.
Einzelwerte im Fokus
Goldman Sachs belastet das Sentiment im Finanzsektor massiv. Zwar meldete die Bank für das erste Quartal im Jahr 2026 einen Gewinnsprung, doch die Aktie sackte um 4,3 Prozent ab. Investoren zeigen sich alarmiert über den Einbruch der Erträge im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren und Rohstoffen um zehn Prozent. Dieser Abwärtssog erfasste auch JPMorgan, die 1,9 Prozent einbüßten.
Besonders hart trifft der Ölpreis-Anstieg die Transport- und Reisebranche. Die Airlines United (minus 2,5 Prozent), Southwest und Delta (jeweils minus zwei Prozent) leiden unter der Aussicht auf massiv steigende Kerosinkosten. Noch deutlicher fielen die Abschläge im Kreuzfahrtsektor: Carnival verlor vier Prozent, Norwegian Cruise Line gab um drei Prozent nach und Royal Caribbean sank um über zwei Prozent.
Lichtblicke finden sich hingegen im Energiesektor. Die Öl-Riesen Chevron und ExxonMobil profitierten von der Eskalation und legten bis zu 2,3 Prozent zu. Auch Palantir zeigte Stärke: Die Aktie erholte sich um zwei Prozent von ihrem herben Ausverkauf der Vorwoche. Bei Nike sorgte eine Abstufung durch HSBC auf "Hold" und die Halbierung des Kursziels auf 48 Dollar für einen Dämpfer von 0,8 Prozent.
Die Blockade der Straße von Hormus und die harten Reaktionen aus Teheran bestimmen das Geschehen an der Wall Street. Solange die Ölpreise dreistellig notieren und von "Piraterie" die Rede ist, bleibt der Druck auf den Gesamtmarkt hoch. DER AKTIONÄR hält Sie über alle wichtigen Entwicklungen auf dem Laufenden.
Heute, 16:03