++ Jetzt 100 Prozent bis Jahresende ++

Bitcoin‑Miner kämpfen ums Überleben

Bitcoin‑Miner kämpfen ums Überleben
Foto: Mara
Riot Platforms Inc -%
Philipp Schleu Heute, 11:15 Philipp Schleu

Der Krypto-Winter kennt für die Bitcoin-Miner kein Erbarmen. Die täglichen Erlöse der Netzwerk-Betreiber sind auf einen Sieben-Tage-Durchschnitt von rund 30 Millionen Dollar geschrumpft. Zum Vergleich: Im vergangenen Sommer lagen diese Werte noch bei über 50 Millionen Dollar. Während die Einnahmen sinken, fallen die Transaktionsgebühren als rettender Anker fast vollständig weg – sie machen aktuell weniger als 250.000 Dollar des Gesamtumsatzes aus.

•Die Produktionskosten von ca. 78.000 Dollar übersteigen den Bitcoin-Kurs von 62.500 Dollar deutlich; jeder fünfte Miner arbeitet aktuell mit Verlust.

•Um den laufenden Betrieb zu finanzieren, haben öffentliche Mining-Unternehmen allein im ersten Quartal über 32.000 Bitcoin aus ihren Beständen verkauft.

•Die sinkende Profitabilität führt zu einer volatilen Mining-Schwierigkeit, da Miner ihre Anlagen bei Kursflauten zunehmend vom Netz nehmen müssen.

Der Bitcoin-Kurs pendelt aktuell um die Marke von 61.500 Dollar. Experten von JPMorgan schätzen die durchschnittlichen Produktionskosten für einen Bitcoin jedoch auf rund 78.000 Dollar. Diese Lücke klafft nun bereits seit fünf Monaten. Eine Dauer, die es in diesem Zyklus bisher nicht gab. Das ist deshalb kritisch, weil die Produktionskosten historisch gesehen als psychologische Untergrenze für den Kurs fungierten.

Die Folgen für die Branche sind messbar. Schätzungen zufolge arbeiten aktuell 20 Prozent aller Miner bei den derzeitigen Preisen defizitär. Dieser Stress schlägt direkt auf das Netzwerk durch. Die Korrelation zwischen Mining-Schwierigkeit und Bitcoin-Preis ist auf einen Wert von 0,62 gestiegen. Der Grund: Betreiber mit hohen Kosten können es sich nicht mehr leisten, durch die Verluste hindurch zu minen. Sie schalten ihre Maschinen je nach Tagespreis ein oder aus.

Kapitulation am Netzwerk-Level

Die Anzeichen für eine Konsolidierung häufen sich. In der zweiten Juniwoche sank die Mining-Schwierigkeit um zehn Prozent – der zweite derartige Einbruch in diesem Jahr. Solche Ausschläge korrelieren auffällig mit Phasen, in denen der Bitcoin-Kurs über längere Zeit unter den Produktionskosten verharrt.

Börsennotierte Mining-Unternehmen versuchen, den Kopf noch über Wasser zu halten, indem sie ihre Reserven angreifen. Im ersten Quartal verkauften diese Firmen mehr als 32.000 Bitcoin, um ihre operativen Kosten zu decken. Sie zehren also ihre Substanz auf, statt die Produktion grundlegend effizienter zu gestalten.

TeraWulf Inc (WKN: A3C9C7)

Die strategische Lage ist festgefahren. Da die Block-Subventionen stetig sinken, während die Transaktionsgebühren auf einem Mehrjahrestief verharren, haben die Miner kaum noch operative Spielräume. Dass sich die Branche daher immer mehr in Richtung KI-Infrastruktur wandelt, ist daher kein Wunder. DER AKTIONÄR favorisiert dabei Riot Platforms und TeraWulf.

FAQ

1. Was ist „Mining-Schwierigkeit“ (Difficulty)?

Die Difficulty beschreibt, wie schwer es ist, ein neues mathematisches Rätsel im Bitcoin-Netzwerk zu lösen. Sie passt sich alle zwei Wochen an, um sicherzustellen, dass im Schnitt alle zehn Minuten ein neuer Block gefunden wird – egal, wie viele Miner gerade weltweit ihre Rechenleistung bereitstellen.

2. Warum sind Produktionskosten für Miner so wichtig?

Die Produktionskosten setzen sich primär aus Stromkosten und der Abschreibung der Hardware zusammen. Liegt der Bitcoin-Preis dauerhaft unter diesen Kosten, schreiben die Miner rote Zahlen. Das zwingt ineffiziente Betreiber zur Aufgabe, was den Wettbewerb im Netzwerk bereinigt.

3. Warum fallen die Einnahmen trotz technischer Entwicklung?

Der Ertrag sinkt, weil die Belohnung für Miner (Block-Subvention) durch das „Halving“ alle vier Jahre halbiert wird. Da gleichzeitig die Transaktionsgebühren aktuell kaum ins Gewicht fallen, bleibt das Geschäft ausschließlich vom Bitcoin-Preis abhängig – und der ist in der aktuellen Marktphase für viele Produzenten schlicht zu niedrig.

Behandelte Werte

Name Wert Veränderung
Heute in %
Riot Platforms - €
TeraWulf Inc - €

Aktuelle Ausgabe

Halbzeit an der Börse: So winken bis Jahresende 100 Prozent

Nr. 27/26 8,90 €
Paypal Sofortkauf Im Shop kaufen Sie erhalten einen Download-Link per E-Mail. Außerdem können Sie gekaufte E-Paper in Ihrem Konto herunterladen.