02.05.2019 Nikolas Kessler

Bitcoin & Co: Skandal-Börse Bitfinex braucht eine Milliarde Dollar

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Im Zuge ihrer Ermittlungen wegen Betrugsvorwürfen gegen die Kryptobörse Bitfinex soll die New Yorker Staatsanwaltschaft auch Gelder im Volumen von 850 Millionen Dollar eingefroren haben. Um trotzdem liquide zu bleiben, will der Börsenbetreiber nun angeblich eine Milliarde Dollar durch den Verkauf eines eigenen Token einsammeln.

Gerüchte, dass sich Bitfinex über einen Token Sale frisches Kapital besorgen will, machten bereits zu Wochenbeginn die Runde. Zhao Dong, ein bekannter chinesischer Krypto-Trader und Anteilseigner von Bitfinex, hat nun weitere Details zu dem Vorhaben verraten.

Demnach erwäge man, eine Milliarde Token im Wert von je 1,00 Dollar per Initial Exchange Offering (IEO) auszugeben. Dabei soll es sich um einen Hybrid-Token handeln – eine Mischung aus dem BNB-Token, mit dem die Trading-Gebühren bei der Kryptobörse Binance bezahlt werden können, und dem BFX-Token, den Bitfinex den Opfern eines Hackerangriffs im Jahr 2016 angeboten und anschließend zurückgekauft hatte.

Laut Zhao richtet sich der Token Sale ausschließlich an qualifizierte ausländische Investoren, die mindestens eine Millionen Dollar einbringen wollen. Trotz vieler Unklarheiten, der hohen Mindest-Investitionssumme und den Betrugsvorwürfe sei das Interesse groß und rund die Hälfte der Token bereits gezeichnet, berichtet das Branchen-Portal Coindesk. Offiziell bestätigen wollte Bitfinex die Meldungen bisher nicht.

Hintergrund: Klage wegen Betrugsvorwürfen

Die New Yorker Generalstaatsanwaltschaft hatte in der vergangenen Woche wegen Betrugs- und Untreuevorwürfen Klage gegen die Betreiber hinter der Kryptobörse Bitfinex und dem Stable-Coin Tether erhoben (DER AKTIONÄR berichtete). Um Verluste zu verschleiern und Liquiditätsengpässe zu beheben, soll die Tether Limited mindestens 600 Millionen Dollar an Bitfinex überwiesen haben – Geld, das eigentlich zur Deckung des angeblich 1:1 an den US-Dollar gekoppelten Stable-Coin Tether dient, so der Verdacht. Zudem sei der Kryptobörse eine Kreditlinie von weiteren 900 Millionen Dollar eingeräumt worden. Diese Gelder sollen von den Behörden eingefroren worden sein.

Auch wenn sich die Behörden schon seit einiger Zeit für die engen Beziehungen zwischen Bitfinex und Tether interessieren, hat die Anklage den gesamten Krypto-Markt in der Vorwoche spürbar belastet. Hintergrund sind böse Erinnerungen an Vorwürfe und die spätere Pleite der Kryptobörse Mt. Gox im Jahr 2014.

Bitcoin wieder im Aufwind

Zumindest der Bitcoin hat den ersten Schreck inzwischen aber abgeschüttelt und nähert sich mit einem moderaten Kursplus wieder der Marke von 5.500 Dollar. Insgesamt bleibt das Chartbild somit aussichtsreich. Risikobewusste Anleger setzen im Jahresverlauf auf eine Rückkehr in den fünfstelligen Bereich.

Droht der nächste große Skandal?

Mehr zu den Hintergründen des Bitfinex-Skandals und den Auswirkungen auf Bitcoin & Co lesen Sie im neuen AKTIONÄR (19/2019) – hier geht’s zum E-Paper.

Hinweis auf Interessenkonflikte:

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Chefredakteur Florian Söllner hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Bitcoin.

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