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24.02.2022 Andreas Deutsch

Bis zu 12,8 Prozent minus: Das waren die schwärzesten Tage für den DAX

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Die Ukrainekrise setzt der Börse enorm zu. Der DAX verlor am Donnerstag zwischenzeitlich 5,5 Prozent und rauschte unter die Marke von 14.000 Punkten. In den vergangenen Jahrzehnten hatte der deutsche Leitindex mehrmals prozentual noch deutlich mehr eingebüßt. Der Gründe für die Abstürze waren vielfältig.

26. Oktober 1987: DAX -7,7 Prozent (rückgerechnet). Der Schwarze Montag geht in die Geschichte ein. Es ist der erste Crash nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Börse ist überhitzt, die Inflation zieht an, zudem ist der Computerhandel unausgereift. Eine toxische Mischung.
16. Oktober 1989: DAX -12,8 Prozent. Die Verschuldung der US-Unternehmen ist hoch, was sie anfällig für steigende Zinsen macht. Der Markt wird immer nervöser. Dann kommen Gerüchte auf, die Übernahme von United Airlines sei geplatzt. Die Anleger befürchten eine extrem eingeschränkte Kreditvergabe der Banken – und verkaufen massiv Aktien.
19. August 1991: DAX -9,4 Prozent. In Russland gibt es einen Putschversuch gegen Michail Gorbatschow. Die Folge ist der endgültige Zerfall der Sowjetunion, was die Börse merklich verstört.
28. Oktober 1997: DAX -7,8 Prozent. Enorme Investitionen auf Kredit führen zur Asienkrise. Sie beginnt in Thailand und schwappt auf andere asiatische Länder über.
2. Oktober 1998: DAX -7,8 Prozent. Die Russlandkrise macht die Anleger weltweit hochnervös. Der Rubel verliert massiv an Wert, die Inflation steigt und steigt. Erst 2000 erholt sich der Binnenmarkt wieder.
11. September 2001: DAX -8,5 Prozent. Die Terroranschläge gegen die USA lösen Panik an den Märkten aus.
15. Oktober 2008: DAX -6,5 Prozent. Lehman geht pleite und die Kurse crashen. Es dauert ein halbes Jahr, bis die Trendwende gelingt.
12. März 2020: DAX -12,3 Prozent. Das Coronavirus sorgt für Panikverkäufe. Die Börse befürchtet eine verheerende Pandemie. Es kommt zur V-förmigen Erholung.

Behandelte Werte

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