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24.06.2016 Werner Sperber

Bernecker: BMW ist günstig bewertet

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BMW Vz.

Die Fachleute des Frankfurter Börsenbrief verweisen auf die in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres deutlich gesunkene Nachfrage aus Amerika und hier vor allem aus den USA. Der Absatz von BMW-Autos sank im Jahresvergleich um 7,9 beziehungsweise 9,8 Prozent. Im vergangenen Jahr belief sich der Absatz-Anteil aus Amerika auf rund 22 Prozent; gut jedes fünfte Automobil lieferten die Bayerischen Motoren Werke also in Amerika aus. Andererseits stieg die Zahl der verkauften Autos in Asien um 6,2 Prozent und in Europa sogar um 10,3 Prozent. Insgesamt erhöhte sich der Absatz in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres um fünf Prozent. Im ersten Quartal des laufenden Jahres sank der Umsatz im Jahresvergleich zwar minimal, doch dafür stiegen Absatz und Gewinn auf Rekordwerte. Die Gewinnspanne der Auto-Sparte vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich auf 9,4 Prozent. Für das Gesamtjahr hat der Vorstand als Ziele für die EBIT-Marge acht bis zehn Prozent ausgegeben. Für das Finanzgeschäft gilt eine Eigenkapitalrendite von mindestens 18 Prozent als Maßgabe.

Strategisch ist das Unternehmen kraftvoll, wie etwa das Geschäft mit elektrisch angetriebenen Autos belegt: Die Stückzahlen in der i-Serie mögen noch klein sein, aber im vergangenen Jahr gelang eine Steigerung der Auslieferungen um etwa zwei Drittel auf fast 30.000 Einheiten. Das mit Sixt betriebene Gemeinschafts-Unternehmen DriveNow, bei dem Kunden Autos gemeinsam nutzen (car sharing), oder auch an die starke Stellung bei Assistenzsystemen für die Fahrer der Autos sind ebenfalls zukunftsweisend. Mit dem mit Partnern getätigten Kauf des Straßenkarten-Dienstleistungsunternehmens Here holte sich BMW im vergangenen Jahr eine wichtige Grundlage für Cloud-basierte Echtzeitkarten und ortsbezogene Dienste ins Unternehmen. BMW hat reichlich technologisches Potenzial.

Die Fachleute des Frankfurter Börsenbrief halten BMW vor diesem Hintergrund für lächerlich günstig bewertet. Analysten schätzen den Gewinn je Vorzugsaktie für nächstes Jahr auf 9,97 Euro, was einem KGV von nur 6 entspräche. Gegebenenfalls könnte das Unternehmen zudem demnächst sogar einen Firmen-Kauf anstreben. Wegen der rückläufigen Kursentwicklung sollten Anleger die Vorzugsaktie mit einem Kursziel von 88 Euro halten, solange es bei BMW nicht mit einer Art „bayerischem Dieselgate“ à la Volkswagen kommt.