16.05.2017 Nikolas Kessler

Berkshire Hathaway: Buffett mistet aus und kauft bei Apple nach

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Apple
Trendthema

Der am Montagabend veröffentliche Quartalsbericht von Warren Buffetts Investmentholding Berkshire Hathaway an die US-Börsenaufsicht offenbart, dass die Investmentlegende nicht nur bei IBM die Geduld verliert – eine andere Beteiligung hat der sogar ganz aus dem Portfolio geworfen. Bei seiner neuen „Lieblingsaktie“ und einigen US-Airlines hat Buffett dagegen kräftig nachgekauft.

Wie aus dem Bericht hervorgeht, hat sich Berkshire Hathaway bis zum Stichtag 31. März vollständig von der Beteiligung am US-Unterhaltungskonzern 21st Century Fox getrennt. Die rund neun Millionen Fox-Aktien im Besitz von Berkshire hatten zu diesem Zeitpunkt einen Wert von etwa 290 Millionen Euro.

Für den sonst so treffsicheren Buffett dürfte das Engagement bei 21st Century Fox eins der weniger erfolgreichen Investments gewesen sein: Seit seinem Einstieg Ende 2014 hat sich die Aktie überwiegend seitwärts bewegt – je nach genauem Verkaufszeitpunkt dürfte er die Position daher ohne nennenswerte Gewinne oder Verluste glattgestellt haben.

Zumindest mit dem Ausstieg bis Ende März hat das „Orakel von Omaha“ jedoch trotzdem perfektes Timing bewiesen, denn just am 1. April wurden die Vorwürfe gegen Fox-Moderator Bill O’Reilly wegen sexueller Belästigung mehrerer Mitarbeiterinnen bekannt. Die Aktie ist daraufhin um 14 Prozent eingebrochen, wodurch der Berkshire-Anteil über 40 Millionen Dollar an Wert verloren hätte.

Den Verkauf von rund einem Drittel seiner Anteile am kriselnden Tech-Konzern IBM hatte Buffett bereits in einem Interview mit dem US-Finanzsender CNBC Anfang März bekanntgegeben. Ende März hielt Berkshire noch rund 56,9 Millionen IBM-Aktien.

Apple-Anteil verdoppelt

Bei Apple hat Buffett dagegen erneut kräftig aufgestockt: Zwischen Januar und März hat sich die Beteiligung auf rund 129 Millionen Aktien mehr als verdoppelt. Mit einem Wert von rund 20 Milliarden Dollar ist Apple nun die drittgrößte Position im Berkshire-Portfolio – hinter Kraft Heinz (29,1 Milliarden Dollar) und Wells Fargo (25,6 Milliarden Dollar).

Auch die Beteiligungen an den US-Airlines Southwest und American hat Berkshire im ersten Quartal um zehn beziehungsweise acht Prozent ausgebaut. Der Anteil am Rivalen Delta Airlines ist dagegen um acht Prozent gesunken.

Berkshire-Aktie bleibt ein Kauf

Speziell bei der Aktie von 21st Century Fox dürfte die Meldung vom Buffett-Ausstieg heute für Verluste sorgen. Im vorbörslichen US-Handel notiert der Kurs bereits rund ein Prozent schwächer. Bei den übrigen Unternehmen sowie bei der Berkshire-Aktie selbst fallen die Reaktionen zunächst aber allenfalls moderat aus. Vor allem langfristig orientierte, konservative Anleger können die anhaltende Konsolidierung der Buffett-Aktie nach dem kürzlich erreichten Allzeithoch weiterhin zum Einstieg nutzen.

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