04.06.2018 Marion Schlegel

BB Biotech Top-Beteiligung Celgene: Reichen die ASCO-Daten für den Befreiungsschlag?

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Celgene
Trendthema

Seit Freitag vergangener Woche läuft die weltweit wichtigste Krebskonferenz ASCO in Chicago. Auch die mit 7,7 Prozent drittgrößte Beteiligung von BB Biotech, Celgene, ist dort vertreten und hat bereits präsentiert. Zum einen gab es News aus dem Gemeinschaftsprojekt bb2121 mit dem Medigene-Partner Bluebird Bio. Die Daten waren gut, konnten aber nicht die hohen Erwartungen aller Analysten treffen. Dennoch verhinderte die CAR-T-Zelltherapie, die auf das B-Zell-Reifungs-Antigen (BCMA) ausgerichtet ist, nahezu ein Jahr lang das Fortschreiten des Multiplen Myeloms.

Im Fokus standen außerdem Phase-1/2-Daten zur Krebsimmuntherapie JCAR017, die durch die Übernahmen von Juno Therapeutics Anfang dieses Jahres einverleibt wurde. Das Wachstum in diesem Markt ist gigantisch: 2014 setzte das Segment weltweit rund 1,4 Milliarden Dollar um. Für das Jahr 2021 wird das Potenzial auf satte 27,1 Milliarden Dollar taxiert. Celgene könnte sich von dem riesigen Markt ein gutes Stück sichern. Die jüngsten Daten stimmen in jedem Fall zuversichtlich. Die Wirksamkeit war sehr hoch und auch das Sicherheitsprofil konnte das der Konkurrenz leicht übertreffen. Läuft alles nach Plan könnte das Projekt im Rahmen eines beschleunigten Zulassungsverfahrens bereits im kommenden Jahr die Marktreife erreichen. Experten sehen ein Spitzenumsatzpotenzial von drei Milliarden Dollar.

Im Zuge einiger Enttäuschungen ist die Aktie von Celgene in den vergangenen Monaten massiv unter Druck geraten. Angesichts der starken Pipeline und den Wachstumsaussichten ist der Wert mit einem KGV von 9 derzeit aber enorm günstig bewertet. Bei Celgene gilt es derzeit, das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen. Zuletzt gab das Unternehmen ein weiteres umfangreiches Aktienrückkaufprogramm bekannt. Anleger sollten den Wert genau im Auge behalten. Gelingt es dem Wert jetzt einen Boden auszubilden und wieder ein positives charttechnisches Signal zu generieren, sollte man zugreifen.