Der große DAX-Check – 40 Aktien, 40 Tipps mit Biss
Foto: Shutterstock
22.02.2022 Michel Doepke

Bayer: Top-News vom Hoffnungsträger

-%
Bayer

Bayer kann sein Medikament Finerenon zur Behandlung von Patienten mit chronischer Nierenerkrankung und Typ-2-Diabetes nun auch in der Europäischen Union verkaufen. Die Zulassung von Finerenon unter dem Markennamen Kerendia basiert auf den Daten der Phase-3-Studie Fidelio-DKD, wie der Pharma- und Agrarchemiekonzern am Montag in Berlin mitteilte. Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hatte die Zulassung des Mittels bereits im Dezember empfohlen.

Das Medikament soll bei Erwachsenen mit chronischer Nierenerkrankung und Typ-2-Diabetes unter anderem das Risiko für Nierenversagen und Herzprobleme verringern. In den USA darf das Mittel bereits seit vergangenen Sommer verkauft werden.

Der Erfolg neuer Medikamente ist wichtig für Bayer. So laufen in den kommenden Jahren nach und nach die Patente für den Blutgerinnungshemmer Xarelto sowie für das Augenmedikament Eylea aus, die aktuell für Milliardenumsätze sorgen. Dann können Konkurrenten günstigere Nachahmermittel auf den Markt bringen, die Erlöse werden also sinken. Auf lange Sicht verspricht sich der Chef der Bayer-Pharmasparte, Stefan Oelrich, zwar Rückenwind durch die Gen- und Zelltherapieforschung. Bis zur Zulassung erster Therapien wird es aber noch einige Jahre dauern.

Medikamente wie Nubeqa gegen bestimmte Formen des Prostatakrebses sowie Kerendia könnten helfen, die Erlöslücke in diesen Jahren gering zu halten. Erst in der vergangenen Woche hatte Bayer nach ermutigenden Daten zu Nubeqa die Umsatzerwartungen für das Mittel kräftig angehoben und kalkuliert nun mit einem Jahresspitzenumsatz von mehr als drei Milliarden Euro nach zuvor mehr als eine Milliarde Euro.

Für Kerendia rechnet Bayer derzeit offiziell noch mit mehr als einer Milliarde Euro als Peak Sales, also dem höchsten Umsatz innerhalb eines Jahres. Perspektivisch könnte es hier aber auch Luft nach oben geben, wie Oelrich im Januar im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX angedeutet hatte.

Bayer (WKN: BAY001)

Die EU-Zulassung des Hoffnungsträgers Kerendia ist für Bayer ganz klar positiv zu werten. Allerdings bleiben die Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten, die immer noch nicht in Gänze vom Tisch sind, ein Risikofaktor. Trotz des sich zuletzt massiv aufgehellten Chartbilds lassen Anleger weiter die Finger von der Aktie.

(Mit Material von dpa-AFX)

Behandelte Werte

Name Wert Veränderung
Heute in %
Bayer - €

Buchtipp: Stock-Picking mit Nebenwerten

Jeder Anleger kennt die Werte aus den großen Indizes. Außerhalb von DAX, MDAX und TecDAX nimmt die Coverage jedoch drastisch ab. Schon im SDAX werden nicht alle Titel regel­mäßig analysiert und wenn, dann nur von wenigen Experten. In ihrem zeitlosen, nun unverändert neu aufgelegten Klassiker „Stock-Picking mit Nebenwerten“ zeigt die im September 2020 verstorbene Börsenexpertin Beate Sander, wie Anleger erfolgreich auf die Suche nach interessanten Nebenwerten gehen können. Die Small-Cap-Indizes einfach durch Zertifikate nachzubilden dürfte angesichts der vergangenen Kurssteiger­ungen nicht mehr lohnend sein. Die gezielte Auswahl aussichtsreicher und unterbewerteter Papiere wird aber lukrativ bleiben. Dafür liefert Beate Sander gewohnt eloquent und kompetent das nötige Rüstzeug.
Stock-Picking mit Nebenwerten

Autoren: Sander, Beate
Seitenanzahl: 304
Erscheinungstermin: 15.07.2021
Format: Softcover
ISBN: 978-3-86470-785-8