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15.10.2020 Carsten Kaletta

Bayer: Selbst positive News verpuffen - Aktie weiter auf dem Weg nach unten

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Bayer

Bayer kämpft nicht nur mit den unberechenbaren „Glyphosat-Risiken“, sondern spürt auch operativ heftigen Gegenwind. So wird der Leverkusener Konzern im Pharmageschäft durch die Corona-Pandemie stärker gebremst als die meisten Konkurrenten – mit der Folge, dass die Anleger jüngst die bittere Pille mit der Aufschrift „Gewinnwarnung für 2021“ schlucken mussten. Immerhin: Aktuell meldet der Konzern einen Fortschritt bei der Krebsforschung, und auch ein Analystenhaus äußert sich positiv. Hilft das, den Absturz der Bayer-Aktie aufzuhalten?

Konkret meldet der Bayer-Konzern einen Erfolg bei der Kombination mit Krebsmedikamenten. Der Bayer-Konzern hat in einer klinischen Phase-III-Studie mit dem Wirkstoff "Copanlisib" in Kombination mit "Rituximab" bei Krebs-Patienten den primären Endpunkt erreicht, das progressionsfreie Überleben signifikant zu verlängern. Die in der Studie Chronos-3 beobachtete Sicherheit und Verträglichkeit stimmte im Wesentlichen mit zuvor veröffentlichten Daten zu den einzelnen Komponenten der Kombination überein, teilte Bayer mit. Es wurden keine neuen Sicherheitssignale identifiziert.



Deutlich höhere Kurse für die Bayer-Aktie identifiziert indes die UBS. Die Schweizer Großbak hat die Kaufempfehlung für das Papier der Leverkusener mit einem Kursziel von 85 Euro bestätigt. Die im Zuge des jüngst trüben Ausblicks angekündigte Dividendenkürzung bedeute nicht, dass es dem Pharma- und Agrarchemiekonzern an Liquidität mangele, schrieb Analyst Michael Leuchten in einer am Mittwoch vorliegenden Studie. Bayer habe erst im Sommer eine Anleihe im Volumen von sechs Milliarden Euro begeben, habe zudem Zugang zu kurzfristig verfügbaren Geldquellen und profitiere von Anteilsverkäufen.


Bayer (WKN: BAY001)

DER AKTIONÄR teilt den Optimismus der Schweizer nicht. Die Aktie ist heute auf ein neues Tief seit 2011 gefallen. Das zeigt, wie schlecht das Sentiment für Bayer gerade ist, wenn selbst gute Nachrichten einfach so verpuffen. Für Anleger, die über ein Bayer-Invest ernsthaft nachdenken, gilt die einfache Börsen-Regel: nie in ein fallendes Messer greifen. 

(Mit Material von dpa-AFX)

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