Im Zusammenhang mit den Übernahmeplänen des Chemieriesen BASF für den kleineren Konkurrenten Evonik könnten am heutigen Freitag wichtige Beratungen anstehen. Eine Sprecherin der RAG-Stiftung, die mit 43 Prozent größter Anteilseigner von Evonik ist, bestätigte, dass das Kuratorium der Stiftung an diesem Tag zusammenkommt.
Auch der BASF-Aufsichtsrat soll sich laut „Rheinischer Post“, die sich auf Branchenkreise beruft, am Freitag mit dem Thema befassen. Vor knapp zwei Wochen hatten BASF, Evonik und die RAG-Stiftung öffentlich gemacht, dass BASF ein Angebot für den Essener Spezialchemiekonzern vorgelegt hat. Evonik bezeichnete es als unverbindliche Ansprache. "Diese ist auf ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für sämtliche Aktien der Gesellschaft gerichtet." Derzeit gebe es keine Gespräche. BASF erklärte: "Fortgang und Ausgang der Sondierungen sind gegenwärtig offen."
Nach Informationen der „Financial Times“ wurde über einen Preis von 22,15 Euro je Evonik-Aktie gesprochen. Vor den ersten Meldungen zu den Übernahmeplänen lag der Kurs bei etwas mehr als 18 Euro; inzwischen notiert die Aktie über 21 Euro. Berenberg-Analyst Sebastian Bray hält auch einen möglichen Angebotspreis von 24 bis 25 Euro für vorstellbar.
Beide Konzerne erhalten derzeit gewisse Unterstützung durch die angespannte Lage an der Straße von Hormus, die im Zuge des Kriegs zwischen den USA und dem Iran teilweise blockiert ist. Die Einschränkungen haben vor allem in Asien zu Engpässen bei Öl geführt und dortige Wettbewerber europäischer Chemieunternehmen belastet. Zugleich befindet sich die Chemiebranche in Europa seit längerer Zeit in einer Krise, während Anbieter aus Asien an Boden gewinnen. BASF und Evonik arbeiten wie viele andere Unternehmen an Umbauplänen. Eine mögliche Übernahme ist deshalb auch politisch umstritten.
Vor wenigen Tagen brachte die oppositionelle SPD eine Beteiligung des Landes Nordrhein-Westfalen an Evonik ins Spiel. Die Landesregierung solle prüfen, ob das Land als Anteilseigner einsteige, "und somit RAG-Stiftung und Land NRW über 50 Prozent plus X am Konzern verfügen", heißt es in einem Antrag der SPD-Fraktion im Landtag.
DER AKTIONÄR hält an seiner Einschätzung fest: Investierte Anleger lassen bei Evonik die Gewinne laufen und beachten den Stopp bei 13,00 Euro. Auch bei der Aktie von BASF kann man abgesichert mit einem Stoppkurs bei 39,00 Euro weiterhin an Bord bleiben.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BASF.
Enthält Material von dpa-AFX
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