04.08.2016 Thomas Bergmann

Bank of England holt Bazooka raus - DAX schließt die Lücke

-%
DAX

Die britische Notenbank ist im Kampf gegen negative wirtschaftliche Folgen des Brexit-Votums zur Tat geschritten und hat sechs Wochen nach dem Referendum ihre Geldpolitik deutlicher als erwartet gelockert. Die Reaktionen an den Kapitalmärkten fallen demzufolge teilweise heftig aus. Der DAX kann immerhin eine Aufgabe abhaken.

Wiederbelebung des Anleihekaufprogramms

Wie die Bank of England (BoE) um 13:00 Uhr mitteilte, wird der Leitzins von 0,50 Prozent auf 0,25 Prozent gesenkt. Außerdem soll ihr Wertpapierkaufprogramm ausgeweitet und künftig auch Unternehmensanleihen gekauft werden. Notenbankchef Mark Carney hielt sich zudem die Tür für weitere Lockerungen offen. Mit der Leitzinssenkung hatten Experten mehrheitlich gerechnet. Die Ausweitung der Anleihekäufe galt dagegen vorab als eher unwahrscheinlich. 

Carney und seine Kollegen blicken nach dem Brexit-Votum deutlich pessimistischer in die Zukunft. Seit Bestehen des geldpolitischen Ausschusses habe man noch nie zuvor so stark die Prognosen  gesenkt, sagte der Chef-Währungshüter. Jedoch rechne man nicht mit einer Rezession.

Die Reaktionen an den Märkten sind mittlerweile bekannt. Das Pfund fiel im Verhältnis zum US-Dollar um rund zwei Cent. Die Renditen britischer Anleihen gerieten ebenfalls unter Druck. Hingegen sprang der britische Leitindex FTSE 100 um 1,4 Prozent an und verbesserte damit seine Outperformance zu den meisten Börsen weltweit.

DAX nur kurz im Aufwind

Der deutsche Leitindex profitierte von der BoE-Entscheidung nur kurz. In der Spitze erreichte der DAX einen Stand von 10.281 Zählern. Mittlerweile pendelt er um die Marke von 10.200 Punkten, was einem kleinen Plus gegenüber dem Vortag entspricht.

Positiv: Der deutsche Leitindex schloss am Nachmittag die Kurslücke, die er am Morgen bei 10.190 Punkten aufgerissen hatte. Wie in der Sendung "DAX-Check" bei DER AKTIONÄR TV angekündigt, ist DER AKTIONÄR seitdem long.

Buchtipp: Narrative Wirtschaft

„Tech-Aktien steigen immer!“ „Immobilien­preise fallen nie!“ Stimmt das wirklich? Ob wahr oder nicht, solche Narrative, oder einfacher gesagt Geschichten, beeinflussen das Verhalten von Menschen und somit auch die Wirtschaft massiv. Wie entstehen Narrative? Wie gehen sie viral, wie gewinnen sie an Einfluss, wann verlieren sie diesen wieder? Welche Auswirkungen haben sie? Und, last, but not least: Wie lassen sich mit ihnen ökonomische Zusammenhänge und Entwicklungen besser verstehen und vorhersagen? Diese Fragen untersucht Wirtschafts-Nobelpreisträger Robert J. Shiller in seinem vielleicht wichtigsten Buch.

Autoren: Shiller, Robert J.
Seitenanzahl: 480
Erscheinungstermin: 16.03.2020
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-666-0