14.04.2017 Fabian Strebin

Banco Santander vor Neubewertung: Das sind die Gründe

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Banco Santander
Trendthema

Die Aktien südeuropäischer Banken haben sich im vergangenen Jahr deutlich besser entwickelt als die Notierungen der restlichen Geldhäuser auf dem Kontinent. So konnte die Banco Santander seit dem Brexit-Entscheid mehr als 57 Prozent zulegen. Die Analysten von Barclays halten eine Relative Stärke der Peripheriebanken auch weiterhin für wahrscheinlich.

Gewinnanstieg durch Zinserhöhung

Demnach sollten vor allem spanische Banken von steigenden Zinsen in Europa profitieren. Hintergrund sind die oftmals variablen Zinsen auf Immobilienkredite, die eine rasche Anpassung durch die Banken möglich machen. Um annähernd 60 Prozent könnte der Gewinn des spanischen Geschäfts nach Berechnung von Barclays steigen, wenn die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen um 100 Basispunkte erhöht. Die Gruppe als Ganzes würde immer noch knapp acht Prozent höhere Gewinne einfahren.

Mit einer Leitzinsanhebung von einem Prozent rechnet in Europa für das nächste Jahr freilich niemand. So gehen die meisten Experten von einer Zinswende erst in der zweiten Jahreshälfte 2018 aus. Folgt die EZB dem Tempo der amerikanischen Notebenbank, sind zwei Zinsschritte im kommenden Jahr aber wahrscheinlich. Das KGV für das Jahr 2018 könnte bei Santander alleine dadurch von 11 auf 10 sinken

Jetzt zugreifen

Die Notierung der Banco Santander konsolidiert gerade auf hohem Niveau nach dem starken Kursanstieg im vergangenen Jahr. Die Aussichten bleiben aber gut, die breite Diversifizierung des Geschäfts kann einiges ausgleichen. Steigen im nächsten Jahr die Zinsen, sollte die Aktie deutlich profitieren. Ein KGV von 12 lässt weitere Kurssteigerungen zu. Aktionäre bekommen zusätzlich eine Dividendenrendite von 3,8 Prozent.

Die aktuelle Konsolidierung könnte den Kurs bis in die Unterstützungszone bei 5,43 Euro führen. Dreht die Aktie wieder nach oben, befindet sich der nächste Widerstand dagegen bei 5,82 Euro. Anleger sollten schon jetzt bei der Aktie zugreifen, um sich die Dividende zu sichern. DER AKTIONÄR hält ein Kursziel von 8,00 Euro für realistisch. Ein Stopp sollte bei 4,85 Euro gesetzt werden.