Ein robustes Chipgeschäft hat dem Halbleiterhersteller ams Osram ein solides Q2 beschert. Zwar verzeichnete der österreichische Konzern gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen leichten Rückgang beim bereinigten EBTIDA, der Umsatz legte jedoch trotz negativer Währungseffekte zu. Zudem schmolzen die Verluste gegenüber dem Vorquartal. Die AKTIONÄR-Empfehlung zieht daher am Dienstag an.
Konkret verzeichnete ams Osram in den vergangenen drei Monaten Fortschritte bei der Portfoliobereinigung. Per 1. Juli wurde der Verkauf des nicht-optischen Sensorgeschäfts an Infineon abgeschlossen, Anfang Mai wurde zuvor schon der Verkauf des CMOS-Bildsensorgeschäfts an Indie Semiconductors vertraglich vereinbart.
Auch bei AI-Photonics und Augmented-Reality-Brillen erzielte das Unternehmen wichtige Fortschritte. „Aufbauend auf der starken Entwicklung unseres Kerngeschäfts schärfen wir unseren Fokus auf Digital Photonics als einen wesentlichen Wachstumstreiber. Zum 1. Juli haben wir eigenständige Geschäftsbereiche für Digital Photonics geschaffen, um die Umsetzung unserer Strategie zu beschleunigen und unsere Innovationspipeline gezielt zu skalieren“, sagte ams-Osram-Chef Aldo Kamper.
| in Mio. € (außer Angaben je Aktie) | Q2 2026 | Q1 2026 | QoQ | Q2 2025 | ggü. VJ |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz | 805 | 796 | +1 % | 775 | +4 % |
| Bereinigte EBITDA-Marge | 16,9 % | 16,5 % | +40 bps | 18,8 % | -190 bps |
| Bereinigtes EBITDA | 136 | 131 | +4 % | 145 | -6 % |
| EBITDA-Marge | 14,2 % | 8,0 % | +620 bps | 19,0 % | -480 bps |
| EBITDA | 115 | 64 | +80 % | 147 | -22 % |
| Bereinigtes Nettoergebnis | -55 | -72 | +23 % | 18 | – |
Quelle: ams Osram
Umsatz rauf, Marge und EBITDA runter
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum steigerte ams Osram den Erlös um vier Prozent auf 805 Millionen Euro. Treiber waren dabei das starke Halbleitergeschäft in den Bereichen Automotive und Industrie sowie die robuste Entwicklung im Geschäft mit Automotive-Lampen. Währungsbereinigt hätte das Plus sogar neun Prozent betragen.
Die bereinigte EBTIDA-Marge lag derweil bei 16,9 Prozent. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Rückgang um 190 Basispunkte, gegenüber dem ersten Quartal jedoch einem Anstieg um 40 Basispunkte.
Das bereinigte Nettoergebnis belief sich auf minus 55 Millionen Euro. Grund dafür waren höhere Finanzierungskosten sowie die regelmäßig anfallenden transformationsbedingten Aufwendungen. Im Vorjahreszeitraum hatte ams Osram noch einen bereinigten Nettogewinn von 18 Millionen Euro ausgewiesen. Gegenüber dem Vorquartal, als der bereinigte Verlust 72 Millionen Euro betrug, sank das Minus jedoch deutlich.
Solider Ausblick
Für das dritte Quartal 2026 erwartet ams Osram einen Umsatz von 770 bis 870 Millionen Euro sowie eine bereinigte EBITDA-Marge von 16,0 Prozent (plus/minus 1,5 Prozentpunkte). Rückenwind liefern die saisonal stärkere Nachfrage und das wachsende Halbleitergeschäft. Für das Gesamtjahr 2026 bleibt der Ausblick unverändert, auch wenn Verkäufe und Währungseffekte belasten. Der Fokus liegt auf der Bilanzstärkung: Nach dem Infineon-Deal plant der Konzern ein Anleiherückkaufprogramm über 120 bis 150 Millionen Euro. 2027 soll die Transformation Früchte tragen – dann peilt ams Osram einen positiven Free Cash Flow an und will operativ wieder auf stabileren Beinen stehen.
Bei den Anlegern kommen die Zahlen gut an. Für die Aktie geht es am Dienstag an der SIX Swiss Exchange um rund sechs Prozent aufwärts. Wer noch nicht an Bord ist, nutzt die Zahlenvorlage zum Einstieg. Auf dem aktuellen Niveau ist ams Osram ein Kauf.
Heute, 11:33
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