KI boomt – und der Hunger nach Rechenleistung bleibt enorm. Marktführer Nvidia dominiert zwar das Geschäft mit Rechenzentrums-GPUs, doch AMD setzt alles daran, sich ein großes Stück vom Kuchen zu sichern. Am Dienstag sorgte ein Mega-Deal mit Meta für Aufsehen. AMD liefert über mehrere Jahre hinweg maßgeschneiderte Hochleistungsprozessoren (GPU) für KI-Anwendungen mit einer Gesamtleistung von bis zu sechs Gigawatt für Metas neue KI-Rechenzentren.
Das Volumen des Abkommens könnte sich auf bis zu 100 Milliarden Dollar summieren. Erste Auslieferungen starten noch in diesem Jahr.
Die Aktie von AMD reagierte mit einem Kurssprung von fast neun Prozent auf 213,84 Dollar und war am Mittwoch der zweitstärkste Wert des Tages im Nasdaq 100. Die Aktie von Meta verzeichnete ein leichtes Plus.
Auch erste Analysten haben den Deal unter die Lupe genommen. Die Experten von Wolfe Research bewerten AMD weiter mit „Outperform“ und vergeben ein Kursziel von 300 Dollar. „Meta war bereits zuvor ein KI-Kunde von AMD, daher ist dieser Deal nicht vollständig zusätzlich für den Umsatz 2026/27. Allerdings gehen wir davon aus, dass im Konsens für 2027 bislang nur wenige Milliarden Dollar an Meta-KI-Umsatz berücksichtigt sind. Deshalb erwarten wir, dass der Großteil des nun angekündigten Volumens zusätzlich zum Konsensgewinn je Aktie sein wird – und somit sehr bedeutend für die Fundamentaldaten von AMD“, so Wolfe Research.
Matt Britzman, Analyst beim Vermögensverwalter Hargreaves Lansdown, bezeichnete die Entwicklung als „klaren Vertrauensbeweis für AMDs KI-Hardware“. Wettbewerbsfähige Chips zu entwickeln, sei nur ein Teil der Herausforderung. Entscheidend sei ebenso, diese in großem Umfang liefern zu können.
Für Meta markiert die Vereinbarung einen weiteren Meilenstein in einer breit angelegten Investitionsoffensive. „Meta hat im KI-Wettrennen noch einmal deutlich beschleunigt“, so Britzman. Bereits in der Vorwoche war eine umfangreiche Kooperation zwischen Meta und Nvidia publik geworden. Zusammen genommen sende dies eine klare Botschaft: Der Ausbau der KI-Infrastruktur genießt bei Meta höchste Priorität.
Laut den Analysten von Bernstein Research, werfe die Vereinbarung aus Sicht von Meta zwar zusätzliche Fragen hinsichtlich des Zeitpunkts der höchsten Kapitalbindung auf, gleichzeitig unterstreiche der Deal jedoch die langfristigen Ambitionen des Konzerns im Bereich Künstliche Intelligenz. Es sei davon auszugehen, dass Meta neue Produkte zügig einführen und diese anschließend konsequent und mit hoher Geschwindigkeit skalieren werde.
AMD wird an der Börse klar als Gewinner gehandelt. AKTIONÄR-Leser können sich freuen. Sie liegen seit der Empfehlung mittlerweile mehr als 50 Prozent im Plus. Wie der Deal sich langfristig auswirkt, muss sich allerdings erst noch zeigen. AMD spielt also offensiv – aber nicht exklusiv. Meta hatte vor Kurzem auch einen Deal mit Nvidia gemeldet. Auch Meta und Nvidia sind laufende Empfehlungen des AKTIONÄR. Anleger bleiben auch hier an Bord. Nvidia-Aktionäre sollten sich zudem einen wichtigen Termin vormerken: Heute Abend nach US-Börsenschluss veröffentlicht der Tech-Konzern seine Quartalszahlen.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.
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Aktien der Nvidia befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
Heute, 07:15