23.01.2019 Andreas Deutsch

Amazon: Trend gebrochen - geht das jetzt schon wieder los?

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Amazon
Trendthema

Die Amazon-Aktie war ganz kurz davor, die bedeutende 200-Tage-Linie nachhaltig hinter sich zu lassen. Und nun das: Angeblich haben die USA Gespräche mit den chinesischen Vize-Ministern für Handel, Wang Shouwen, und Finanzen, Liao Min, abgeblasen. Der Markt knickt ein. Das Amazon-Chartbild hat sich eingetrübt.

Das Treffen soll den Weg für die nächste Verhandlungsrunde im Handelsstreit der beiden weltgrößten Volkswirtschaften ebnen. Termin für das Meeting: 30. und 31. Januar in Washington.

Oder jetzt doch nicht? Das zumindest hatte die Financial Times berichtet. „Die Geschichte stimmt nicht“, so Donald Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow. Die USA würden an den geplanten Handelsgesprächen mit China festhalten.

Behalten Sie diese Marken im Blick

Der Handelsstreit zwischen China und den USA ist das Thema, das den Markt am meisten bewegt. Das zeigt die heftige Kursreaktion auf den Bericht: Die Amazon-Aktie ging mit einem Minus von 3,8 Prozent aus dem Handel.

Damit ist der kurzfristige Abwärtstrend erst einmal gebrochen. Zudem hat sich die Aktie ein gutes Stück von der 200-Tage-Linie entfernt. Nun rückt die 38-Tage-Linie in den Fokus, die aktuell bei 1.597 Dollar verläuft. Wird die Unterstützung gebrochen, könnte die Aktie weitere Abwärtsdynamik entwickeln.

Als nächste Unterstützung nach der 38-Tage-Linie fungiert das Tief von Ende Oktober bei 1.530 Dollar. Hält diese Marke nicht, rückt die Unterstützung bei 1.495 Dollar in den Fokus.

Amazon auf Rang 2

Unterdessen liefert sich Amazon weiterhin ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Microsoft um den Titel „wertvollstes Unternehmen der Welt“. Aktuell hat Microsoft die Nase vorne. Apple, einst das wertvollste Unternehmen, bleibt aktuell mit größerem Abstand nur Rang 3.

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Am Ball bleiben

Wie es mit Amazon und dem Gesamtmarkt in den kommenden Monaten weitergeht, hängt entschieden vom Ausgang des Zollstreits ab. Nimmt er ein gutes Ende, sollte Amazon bald ein neues Rekordhoch erklimmen. Kommen die beiden Länder auf keinen grünen Zweig, wird das den Markt aller Voraussicht nach noch lange belasten. In der Zwischenzeit: Cool bleiben und bei Amazon dabei bleiben. Kursziel des AKTIONÄR: 1.800 Euro. Stopp: 1.200 Euro.

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Cambridge Analytica, Datenleaks, Steuerflucht: Die Tech-Giganten Amazon, Apple, Facebook und Google – oder wie Marketing-Guru Scott Galloway sie nennt: die vier apokalyptischen Reiter – werden von Skandalen geplagt. Und doch sind sie mächtiger und erfolgreicher als je zuvor. Man kann sie weder ignorieren noch boykottieren. Sie haben mit ihren Geschäftsmodellen die Regeln des Wirtschaftslebens und die Voraussetzungen für Erfolg neu definiert. Scott Galloway führt vor, wie die Vier unsere grundlegenden emotionalen Bedürfnisse mit einer Schnelligkeit und in einem Ausmaß manipulieren, an die andere nicht herankommen. Und er zeigt, welche Lehren man aus ihrem Aufstieg für sein eigenes Unternehmen oder seinen eigenen Job ziehen kann. Ob man mit ihnen konkurrieren, mit ihnen Geschäfte machen oder einfach in der Welt leben will, die von ihnen beherrscht wird – man muss die Vier verstehen

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