03.12.2019 Andreas Deutsch

Amazon: Nächste Enttäuschung

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Amazon.com

Die wichtigsten Indizes am US-Aktienmarkt sind am Montag schwach in den letzten Börsenmonat des Jahres gestartet. Überraschend gute Konjunkturdaten aus China rückten angesichts enttäuschender Daten aus der heimischen US-Wirtschaft und neuer Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump in den Hintergrund.

Droht ein neuer Zollkrieg? US-Präsident Trump kocht offenbar vor Wut wegen Frankreichs Digitalsteuer. Die Steuer diskriminiere gezielt große amerikanische Internetunternehmen wie Amazon, Google und Facebook, hieß es in einem veröffentlichten Bericht des US-Handelsbeauftragten. Trump will nun Strafzölle von bis zu 100 Prozent auf französische Importe im Wert von rund 2,4 Milliarden Dollar einführen.

Davon betroffen könnten etwa Champagner, Käse, Kosmetika und Handtaschen sein. Ob die Zölle wirklich kommen, soll im Januar entschieden werden.

Auf die Stimmung der Anleger drückte zudem der schwache ISM-Indikator. Der Indikator, der als gute Richtschnur für das gesamtwirtschaftliche Wachstum gilt, war im November wieder in Richtung seines im Spätsommer erreichten zehnjährigen Tiefstands gefallen.

Auf Unternehmensseite ging es insgesamt eher ruhig zu. Der Cyber Monday lenkte den Fokus auf die Online-Handelsbranche – allerdings ohne positive Kursauswirkungen. Die Amazon-Aktie gab im Zuge der insgesamt schwachen Tech-Branche um 1,1 Prozent nach.

Amazon.com (WKN: 906866)

Damit hat der Ausbruch über die 200-Tage-Linie schon wieder nicht geklappt. Der Seitwärtstrend ist weiter intakt, was für viele erfolgsverwöhnte Amazon-Aktionäre eine herbe Enttäuschung ist. Doch zum Trost kann man sagen, dass sich fundamental bei dem Unternehmen nichts zum Negativen verändert hat. Zuletzt hat CEO Jeff Bezos mehrere Weichen für weiteres Wachstum gestellt. Vielversprechend ist etwa der Plan, etliche kassenlose Supermärkte zu eröffnen, um im lukrativen stationären US-Einzelhandel eine bedeutende Rolle zu spielen. Die Aktie bleibt ein Basisinvestment.  

(Mit Material von dpa-AFX) 

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